Tagesmütter in früherer Arztpraxis

Klatschen, singen und sich aufgehoben fühlen: In der „Zaubermaus“ gibt es ein Angebot für kleine Harburger, das die Eltern sehr zu schätzen wissen. Foto: sl

„Zaubermaus“ in der Kerschensteinerstraße bietet Platz für 15 Kinder im Alter bis zu drei Jahren.

Von Sabine Langner. In ihrem früheren Leben war Tina Cernicky Personalfachfrau in großen Konzernen. Doch dann kamen ihre beiden Wunschkinder und damit hatte sich die Karriere erledigt. „Ich war gezwungen, die Kinder zwölf Stunden lang in eine Kita zu stecken und war todunglü-cklich“, berichtet die 42-jährige Harburgerin. Durch einen Zufall lernte Tina Cernicky Jana Feil und Annekathrin Hiller kennen.
Die ausgebildete Erzieherin Jana Feil hatte vor ein paar Jahren die Krippe „Zaubermaus“ in der Friedrich-Naumann-Straße gegründet und suchte Unterstützung. Annekathrin Hiller, gelernte Köchin und allein erziehende Mutter eines dreijährigen Sohnes, suchte einen Job. „Als Köchin einen Job zu finden, ist schon schwer, aber mit Kind fast unmöglich“, sagt sie.
Die drei Frauen beschlossen, es zukünftig gemeinsam zu versuchen, als Tagesmütter. Seit Mitte November residiert die neue, alte „Zaubermaus“ in einer ehemaligen Arztpraxis in der Kerschensteinerstraße. Um aus dem Altbau ein Kinderparadies zu machen und nebenbei noch einen Garten zu gestalten, haben alle Eltern mit angepackt.
Jetzt betreuen die drei Frauen täglich 15 Kinder bis drei Jahre. Es gibt einen Raum, in dem 15 kleine Himmelbetten stehen, wo die Lütten ihren Mittagsschlaf halten. Es gibt eine Küche, wo jeden Tag frisch gekocht wird. Und es gibt Spielräume gemäß der Waldorfpädagogik.

Reich werden sie nicht mit dem Job


Die Eltern und die drei Tagesmütter sind sich einig, dass ihr Konzept besser ist als das der offiziellen Krippen. „Ich habe meine Ausbildung in einer großen Kita absolviert“, berichtet Jana Feil. „Natürlich haben wir uns auch dort alle Mühe gegeben, den Kindern ein schönes Umfeld und eine liebevolle Betreuung zu geben, aber normalerweise gibt es immer zu viele Kinder und immer zu wenig Betreuer.“
Reich werden die drei Tagesmütter nicht mit ihrem Job. Für 30 Stunden bekommt man über das Gutscheinsystem für Kinder unter drei Jahren jeweils 374,43 Euro monatlich (Erziehungsgeld 241,96 Euro, Sachkostenpauschale 132,47 Euro), sagt Marcel Schweitzer, Pressesprecher der Sozialbehörde.
Und die eigenen Kinder? Nachmittags fährt eine der drei Frauen los und holt die Kinder der anderen aus den Kitas und Schulen ab.

Tagesmütter

In Hamburg werden keine freien Plätze erfasst, sondern die Anzahl der betreuten Kinder. „Zum Stichtag 30. Juni 2015 wurden in Harburg insgesamt 1.573 Kinder unter drei Jahren betreut, 1.470 davon in Kitas und 103 in Kindertagespflege“, berichtet Marcel Schweitzer, Pressesprecher der Sozialbehörde
Um als Tagesmutter arbeiten zu können, wird zunächst die persönliche, räumliche und fachliche Eignung geprüft. Wenn hier alles in Ordnung ist, müssen die Tagesmütter insgesamt 180 Stunden Qualifizierungskurse nachweisen, inklusive Erster Hilfe am Kind, Belehrung zu Infektionsschutz und der Schulung zur Lebensmittelhygiene in der Kindertagespflege.
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