Streit um Parkplätze

30 bis 50 Euro Strafe kostet es seit Anfang Dezember für alle, die länger als eineinhalb Stunden am Hahnhoopsfeld parken. Foto: sl

Hanhoopsfeld: Weil ständig Dauerparker die kostenlosen
Stellplätze besetzten, ist das Parken jetzt auf 90 Minuten
begrenzt

Sabine Langner, Harburg

„Banditen, Abzocke und Unverschämtheit“

– Im kleinen Einkaufszentrum am Hahnhoopsfeld wird derzeit viel geschimpft. Grund des Unmuts ist die neue Parkplatzregelung, die seit Anfang Dezember gilt.
Bislang konnten der kleine Parkplatz an der Ecke Trelder Weg / Winsener Straße und auch der Parkplatz in der Mitte des darüber gelegenen Einkaufszentrums kostenlos genutzt werden. Doch jetzt gelten jetzt neue Regeln.
Wer dort länger als eineinhalb Stunden parkt, muss mit 30 bis 50 Euro Strafe rechnen. Eine fehlende Parkscheibe kostet 30 Euro. Parken außerhalb der Öffnungszeiten ebenfalls. Wer gar schief parkt und damit die Stellplatzmarkierung überschreitet, muss gleich 50 Euro zahlen. Kontrolliert wird die Einhaltung der Regeln mehrmals täglich von einem Mitarbeiter der Firma Playfair-Parking.
Empört sind nicht nur die Anwohner der umliegenden Häuser, sondern Geschäftsinhaber und Kunden der betroffenen Geschäfte. „Wenn ich bei einer Kundin die Hände und die Füße behandle, dann dauert das etwa zwei Stunden“, sagt die Mitarbeiterin eines Nagelstudios. „Ich kann die Kunden doch nicht barfuß losschicken, damit sie die Parkscheibe weiter stellen.“
Auch Gabi Adler, Inhaberin des Hundesalons Fiffikuss, ist sauer: „Wer nur schnell in den Supermarkt geht, für den ist das kein Problem. Aber was ist mit denen, die ein längeres Bankgespräch haben, die beim Friseur oder beim Tierarzt warten müssen oder in der Kneipe einen Kaffee trinken wollen?“
Eine Mischung aus Ärger und Verständnis zeigen die Mitarbeiter der Apotheke. „Seitdem das Parkhaus am Bahnhof kostenpflichtig geworden ist, haben viele Pendler hier den ganzen Tag geparkt und sind dann mit dem Bus weiter zum Bahnhof gefahren“, weiß eine Mitarbeiterin.

„Das geht natürlich nicht. Aber wenn unser Bote nur fünf Minuten hier hereinkommt, um ein Paket anzuholen und dafür 30 Euro zahlen muss, dann ist das schon frech.“
Warum wird für das Parken jetzt kassiert? Nachgefragt beim Eigentümer, der Essen KG. Sprecherin Heike Sander: „Die seit Jahren vorhandenen Hinweisschilder auf zeitlich begrenztes Parken wurden von umliegenden Anwohnern, leider teilweise auch von Mietern und deren Mitarbeitern, ignoriert. Teilweise standen Fahrzeuge wochenlang unbewegt. Es gab zunehmend Kundenbeschwerden über mangelnden Parkraum. Mittlerweile hat sich eine kundenfreundliche Parkplatzsituation im Sinne der geschäftetreibenden Mieter eingestellt.“ Die happigen Preise erklärt sie damit, dass dies im Rahmen privater Parkraumüberwachung kostendeckend sei.
Allerdings zeigt sich die Essen KG gesprächsbereit. Heike Sander: „Anregungen und Vorschläge der Mieter zum Ablauf der Überwachung des Parkplatzes werden wir prüfen und gegebenenfalls umsetzen.“

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Stichwort „Hanhoopsfeld“
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Betreff: Hanhoopsfeld
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