Streit über „alternative Fakten“

Für den Bau von Beachvolleyballplätzen für den Freizeitsport hat der Senat jetzt 180.000 Euro bereitgestellt. Der Bezirk Harburg wollte davon ursprünglich gar nichts haben. Foto: norbert schacht

CDU: Verwaltung hat dem Bezirk zustehendes Geld für
Freizeitsport nicht abgerufen – Verwaltung: stimmt nicht

Andreas Göhring, Hamburg-Süd

Hat der Bezirk Harburg mehrere Tausend Euro verschenkt? „Ja“, meint Harburgs CDU-Kreisvorsitzender Ralf-Dieter Fischer. „Stimmt nicht“, heißt es aus der Verwaltung.
Worum geht’s?
Nach dem Negativvotum gegen Olympia hatte der neue Innensenator Andy Grote das Programm „Active City“ mit „niedrigschwelligem Zugang zu Sportangeboten in der gesamten Stadt“ ausgerufen. Das Bezirksamt Harburg nutzte die Chance und plante gleich zwei neue Beachvolleyball-Anlagen: Eine soll nach Räumung der Flüchtlings-Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg eingerichtet werden, die andere im Quartierspark der Wohnsiedlung Vogelkamp am S-Bahnhof Neugraben. Dabei hat die Abteilung Stadtgrün gleich ganze Arbeit geleistet und für eine Finanzierung über das Programm „Active City“ gesorgt.
Doch plötzlich stand noch mehr Geld zur Verfügung. Rot-Grün hatte einen „Sanierungsfonds 2020“ aufgelegt – mit 180.000 Euro für Beachvolleyball in allen sieben Hamburger Bezirken. Die Bezirke mussten nur sagen, für welche Anlage an welchem Standort sie das Geld anlegen wollten. Da Harburg aber schon längst geplant und auch finanziert hatte, meldete der Bezirk erst einmal gar nichts an.
Das rief Harburgs CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer auf den Plan. Er sah sich in seiner Annahme bestätigt, dass im Bezirksamt Harburg – und hier besonders im Bereich des Dezernats Wirtschaft, Bauen und Umwelt – einiges schief läuft. Also fragte Fischer „Hat das Bezirksamt Geld zu verschenken?“ und meldete das gleich als Thema für die Aktuelle Stunde in der Bezirksversammlung an.
Nach Fischers mit vielen Vorwürfen gespickten Rede ergriff der stellvertretende Bezirksamtsleiter Dierk Trispel das Wort und widersprach einigen „alternativen Fakten“ in Fischers Ausführungen. „Wir haben zu keinem Zeitpunkt einen Verzicht auf Geld aus dem Sanierungsfonds erklärt“, sagte Trispel. Inzwischen seien tatsächlich 25.000 Euro für zusätzliche Maßnahmen auf dem Schwarzenberg bewilligt worden.
Schließlich wies Trispel darauf hin, dass mit solchen Mitteln zwar der Bau von Anlagen finanziert werde, aber noch lange nicht deren Unterhaltung.
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