Steht das Neuländer Quarree vor dem Aus?

Theoretisch bunt und attraktiv: das Projekt „Neuländer Quarree“. Grafik: P&S

Im Koalitionsvertrag von SPD und CDU wird das einstige Vorzeigeprojekt „kritisch gesehen“

Von Bernhard Bruno.
Die Kreisdelegierten der SPD haben den Vertrag für die Große Koalition schon ohne Gegenstimmen abgesegnet. Auch bei der CDU scheint das Okay nur noch Formsache zu sein. Ende der Woche könnte das „Regierungsprogramm“ der nächsten fünf Jahre für Harburg also öffentlich vorgestellt werden. Schon jetzt ist klar: Thorsten Wiehe, Gesellschafter und Geschäftsführer der P&S Grundstücks und Vermögensverwaltungs GmbH, wird einen Passus aus dem Koalitionsvertrag nicht gerade mit Begeisterung lesen.
SPD und CDU haben ihre Absage an das 200-Millionen-Euro-Projekt „Neuländer Quarree“ an der Ecke Hannoversche Straße/Neuländer Straße diplomatisch formuliert. Das Projekt werde „kritisch gesehen“. Das Projekt war vor drei Jahren mal mit großem Pomp als „Leuchtturm für die Harburger Stadtentwicklung“ vorgestellt worden – mit Wohnungen, Einzelhandel, Kita, Hotel, Büros und einem Technologiepark. Obwohl zum Schluss eigentlich nur noch von Wohnungen und einem Hotel – in geänderter Form und an anderer Stelle – die Rede war, gab es vor einem Jahr in der Bezirksversammlung eine knappe Mehrheit für den Bebauungsplan Harburg 62. Thorsten Wiehe, Projektentwickler des „Neuländer Quarrees“, wurde gefragt, was er machen wolle, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse nach der Bezirkswahl ändern. Wiehe damals: „Bis dahin werden wir längst bauen.“

Das Baugelände wuchert langsam wieder zu

So kann man sich täuschen. Noch gab es am Eingangstor zur Harburger Innenstadt keinen einzigen Spatenstich, das Baugelände wuchert langsam wieder zu. Und jetzt sorgen die neuen Mehrheitsverhältnisse für ordentlich Gegenwind. „Eine Realisierung des geplanten Wohnungsbaus auf dieser Fläche wird es ohne den mindestens gleichzeitigen Bau der gewerblichen Mantelbebauung zur Hannoverschen Straße und der dahinter liegenden Bahnlinie sowie in südlicher Richtung zur Firma Brenntag nicht geben“ heißt es im Koalitionsvertrag.
Im Klartext: Falls die Investoren auf eine schnelle Rendite mit dem Wohnungsbau spekulieren, um den Rest dann wegen „unüberwindbarer Schwierigkeiten“ zu vergessen, bekommen sie Ärger mit der Großen Koalition.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.