Sprachverwirrung

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flanur. Der Flaneur hat vier Kinder, und sie sind, so wie das moderne Leben es mit sich bringt, in alle Winde verstreut. Allerdings – und extrem glücklicherweise ­– lebt seine hübsche jüngste Tochter hier in Hamburg. Zwar nicht im reizvollen Harburg (wer hat bloß das böse Wort vom „Arsch Hamburgs“ geprägt?), sondern in Altona. Meistens wollen lebenslustige Töchter nicht unbedingt so viel mit betagten Vätern zu tun haben. In diesem Fall jedoch ist es, oh Wunder, nicht so, und die beiden treffen sich regelmäßig. Der Eine will dem Anderen natürlich nicht in der Jeanstasche sitzen. Sich alle 14 Tage zu treffen, ist kein schlechter Ausgleich zwischen Nähe und Distanz.
Seine Tochter, nennen wir sie C., findet dies oder jenes
„prickelnd“. Bis dahin dachte der Flaneur, Champagne sei „prickelnd“. Nein, nicht so. Heute können Menschen es so empfinden, ohne dafür angeheitert zu sein.
Neulich hat sie einen „geilen“ Film gesehen, wobei es bemerkenswert für ihn war, dass seine Tochter, die nie Probleme hatte, Kerle zu angeln, jetzt Pornos guckt.
„Nein, nein, B.“ (auch sehr modern, dass der Flaneur nicht mehr mit „Papa“, sondern mit seinem Vornamen angeredet wird. Ihm soll´s recht sein, so lange sie weiterhin überhaupt mit ihm redet. Es gibt weitaus traurigere Fälle, wo Familien komplett auseinanderfallen.) „Nein, nein, B., „geil“ heißt nur so viel wie toll, super, großartig.“. Nun ja, auch mit 63 kann man was lernen.
C. ist schon 28, so dass auch sie nicht mehr fehlerfrei die aktuelle Teeniesprache spricht. Sie hat trotzdem einiges drauf. Vielleicht weil ihr umwerfend gutaussehender Freund ein vielversprechender Jungschauspieler ist und angenehmerweise dazu ein komplett uneitler Mann, der natürlich von Berufs wegen ein Auge auf Sprachtrends haben muss.
Die die Sprache betreffende Frage lautet diese Woche, ob Sie ein Modewort entdeckt haben, das so neu ist, daß es von der Wortkorrektursoftware Ihres Computers nicht erfasst wird. Diesmal – kein Witz – spendet der Flaneur den Bestseller „The Universe versus Alex Woods“ als Preis. Nur eine Einsendung riskieren, wenn Sie in der Lage sind sehr, sehr, sehr viel zu lachen!

Kolumne
Regelmäßig schreibt der Harburger Flaneur im Elbe Wochenblatt am Wochenende. Unserem Spaziergänger fällt einiges auf: In dieser Woche berichtet er über die Gespräche mit seiner jüngsten Tochter.
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