Rau, nicht süß

Vier von derzeit sieben „rauen Affen“: Sara (20, v. l.), Svea (22), Bengi (21) und Karina (20). Foto: cvs

Junge Migrantinnen auf der Bühne: die „Ruff Monkeys“. Ein Interview.

Von Christopher von Savigny. Jeden Sonnabend treffen sie sich im zweiten Stock des ehemaligen Flakbunkers in der Feldstraße, um zu singen, zu tanzen und um sich neue Stücke auszudenken. Die „Ruff Monkeys“ – das sind derzeit sieben junge Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die Mehrheit von ihnen mit ausländischen Wurzeln. Geleitet wird das Ensemble von Regisseurin Mable Preach, die als Kind aus Ghana nach Deutschland kam. Die künstlerische Leitung hat Claude Jansen. Mehrmals im Jahr sind die „Ruff Monkeys“ auf den Bühnen der Hansestadt zu Gast: zuletzt im Hamburger Sprechwerk und auf Kampnagel. Das Wochenblatt sprach mit Karina (20, Ukraine), Bengi (21, Türkei), Sara (20, Kapverden), Svea (22, Deutschland) und mit der Regisseurin Mable Preach.

WaW: Ihr macht Musik, um euer Lebensgefühl auszudrücken. Eure Themen sind Mode, Politik, Religion und die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Seit wann gibt es euch?
Mable: Seit knapp zehn Jahren. Ursprünglich gehörten wir zu den „Dollen Deerns“, einer Jugendeinrichtung in Wilhelmsburg. Jetzt sind wir Teil von Hajusom, ein Verein für junge Migranten.

WaW: „Ruff Monkeys“: Wie kamt ihr auf den Namen?
Mable: Es sollte etwas Wildes sein – also Monkeys. Aber nicht süß, sondern rau.
Bengi: Wir wollten, dass man vor uns Angst kriegt. (Alle lachen.)
WaW: Auf Kampnagel seid ihr mit dem Programm „The way you dress“ aufgetreten. Was sagt Kleidung über einen Menschen aus?
Sara: Heutzutage kann eigentlich jeder Springerstiefel oder ein Kapuzenshirt tragen, ohne gleich zum Skinhead abgestempelt zu werden. Kleidung kann ein Statement sein, muss es aber nicht.
Karina: Wir selber versuchen, nicht mit der Mode mitzugehen.
Bengi: Mode muss für mich offen und sexy sein ... Über die Kleidung von anderen zu reden, macht aber mehr Spaß als über die eigene.

WaW: Eure Auftritte sind ein Mix aus Theater, Sprechgesang und Tanz. Was wollt ihr mit eurem Programm ausdrücken?
Svea: Beim Tanzen kann man alles rauslassen. Man ist so voller Adrenalin! Und in unseren Texten nehmen wir kein Blatt vor den Mund. Wir scheren uns nicht darum, was die Leute von uns denken.

WaW: Politik spielt auch eine Rolle. Was haltet ihr eigentlich von Angela Merkel?
Karina: Also, ich finde sie ganz okay ...

Svea: Mir gefällt sie nicht so gut. Sie setzt sich zu wenig für soziale Themen wie Jugend und Bildung ein. Ich fühle mich von ihr verarscht.

WaW: Was ist als nächstes geplant?
Mable: Was ganz Großes: ein Austauschprojekt mit Südafrika! Mehr darf ich aber noch nicht verraten.
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