„Ort, an dem sich Kinder wohlfühlen“

Vor zehn Jahren hat Hermann Krüger das Löwenhaus gegründet. Inzwischen hat er die Leitung an Christopher Kaack abgegeben. Trotzdem engagiert er sich weiterhin für die Einrichtung. Foto: sl

So fing es an mit dem Löwenhaus: Interview mit Gründer Hermann Krüger.

Von Sabine Langner. Das Löwenhaus wurde an einem Vormittag in den Harburg Arcaden geboren. Dort saßen Hermann Krüger, damals Schulleiter der Schule Bunatwiete, und Rainer Micha, Mitarbeiter beim Arbeiter Samariter Bund (ASB), zusammen bei einem Kaffee. Beide Männer schauten sich um und wunderten sich, wie viele Kinder ohne ihre Eltern durch das Einkaufscenter streunten. Das war die Geburtsstunde des ASB Löwenhauses im Mai 2006.

Elbe Wochenblatt am Wochenende: Herr Krüger, was wollten Sie mit dem Löwenhaus erreichen?
Herrmann Krüger: Wir wollten einen Ort einrichten, an dem die Kinder sich wohl fühlen und nicht mehr auf der Straße herumlungern.

Wie ist der Name entstanden?

Unser erster Standwort war in der Harburger Schloßstraße, in dem Haus mit den großen Löwen.

Hatten Sie ein Konzept?

Oh ja, von Anfang an sollte es eine enge Kooperation mit der Schule Bunatwiete / Maretstraße geben. Wir wollten, dass größeren Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen und haben Plätze für ein Sozialpraktikum im Löwenhaus angeboten. Gleichzeitig sollten die Kinder einen Ort haben, wo sie vernünftiges Essen bekommen, Hausaufgaben machen können und Ansprechpartner bei Problemen finden.

Am 28. Mai feiert das Löwenhaus seinen zehnten Geburtstag. Sind Sie ein bisschen stolz auf das Erreichte?
Mehr als stolz. Wir haben bewiesen, dass wir Kinder erreichen können. Nahezu alle haben eine Berufsperspektive oder sogar schon eine Ausbildung absolviert. Das ist bei Kindern, die überwiegend aus Hartz-IV-Verhältnissen kommen, sehr ungewöhnlich. Zudem gibt es im Löwenhaus keine Berührungsängste oder Ausgrenzungen wegen Religion oder Nationalität.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?
Wir stehen finanziell immer mit dem Rücken an der Wand, und trotzdem haben wir geschafft, zehn Jahre gute Arbeit zu leisten. Ich wünsche mir, dass wir auch die nächsten zehn Jahre genug Spender motivieren können, um weiter zu machen.
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