Neuland statt Nordsee

Grillen, chillen, Ball spielen: Am See Hinterm Horn lässt sich ohne Weiteres ein ganzer Urlaubstag verbringen. Foto: cvs
 
Strandvergnügen: Aleksander (9) aus Meckelfeld baut eine Sandburg. Foto: cvs

Vergessen Sie St. Peter Ording! Abkühlung und Strand gibts auch vor unserer Haustür

Von Christopher von Savigny. Am ersten Juliwochenende bekamen die Hamburger endlich den langersehnten Sommer zu spüren – und wie! Auf rekordverdächtige 38 Grad im Schatten stiegen die Temperaturen in der Hansestadt. Wohl dem, der sich zwecks Erfrischung ins kühle Nass stürzen konnte!
Dass es statt der – oft hoffnungslos überfüllten – Freibäder noch andere Möglichkeiten der Abkühlung gibt, wissen viel gar nicht: Hübsche, reizvoll gelegene Baggerseen zum Beispiel, oder auch der Elbstrand. Vorteil: Das (Sonnen)-Baden kostet nichts, und im Regelfall hat der Badegast deutlich mehr Platz, um sein Handtuch auszubreiten. Zudem sind meist Bäume und Büsche vorhanden, hinter oder. unter denen man sich verstecken kann – oder Schatten findet.
Auch in der Elbe lässt es sich seit einigen Jahren dank verbesserter Wasserqualität wieder recht nett planschen – mehr allerdings nicht. „Das Baden ist aufgrund der starken Strömung gefährlich“, sagt Sinje Pangritz von der Hamburg Port Authority (HPA). „In den letzten Jahren waren an der Elbe immer wieder Rettungseinsätze erforderlich, um Menschen aus lebensbedrohenden Situationen zu retten.“
Als Service für Leser des Elbe Wochenblatts listen wir an dieser Stelle einige empfehlenswerte Badestellen in Hamburg und Umgebung auf. Die Wassertemperatur liegt bei durchschnittlich 20 Grad, stehende Gewässer haben oft deutlich mehr. In der Elbe sollte nach starkem Regen aufgrund der Keimbelastung nicht gebadet werden.

1: Finkenriek Strand
Trotz unzähliger Auszeichnungen als Geheimtipp immer noch ein Geheimtipp. „Man kann nett baden gehen oder sich ausruhen – trotzdem ist nie viel los“, sagen die Besucherinnen Rosa Henning (Harburg) und Farina Zink (Geesthacht). Feiner Sandstrand mit teilweise dichtem und hohen Pflanzenbewuchs. Abfallbehälter für Müll und Grillreste (Holzkohle) vorhanden.
Finkenrieker Hauptdeich, Wilhelmsburg
HVV: Friedhof Finkenriek, Eingang (Linie 152)

2. Neuländer Baggerteich
Lange Liegewiese mit schmalem, steilen Ufer zum See hin und mit bester Sicht auf angrenzende Wasserskianlage. „Wenn man schön schwimmen gehen will, ist man hier am nächsten dran“, hat Alexander Tyssen (Harburg) festgestellt. Behälter für Müll und alte Grillkohle sind vorhanden, könnten aber öfters geleert werden.
Neuländer Straße / Großmoorbogen
HVV: Dello / Großmoorbogen (149/152/349)

3: Pulvermühlenteich
Der künstlich angelegte, maximal 24 Meter tiefe Badesee ist bei Kindern und Familien äußerst beliebt. Nichtschwimmerbereich mit Bojen markiert. Liegen kann man im Sand oder auf der Wiese unter Bäumen. Parkplatz, Mülltonnen und Dixie-klos vorhanden – letztere müssten allerdings öfters gereinigt werden. Eine rollende Frittenbude sorgt für das leibliche Wohl. „Baden ist toll, und für den Imbiss gebe ich die Note eins mit Stern“, sagt Ralf Köhler (Harburg).
Himmelsbruch / Hörstener Weg
HVV: Meckelfeld (RB 31/RE3/443)

4: See im Großen Moor
Mit seinen 250.000 Quadratmetern Wasserfläche ist der See im Großen Moor das mit Abstand größte Badegewässer im Harburger Umland. Baumbestandenes Ufer mit kleinen Badebuchten. Zwei Mülleimer und eine Toilette an der Südseite. An schönen Wochenenden DLRG-Überwachung.
Zum Großen Moor / Zwischen den Seen, Hörsten
HVV: Meckelfeld (RB 31/RE3/443)

5: See im Maschener Moor
Zweitgrößter, bis zu zwölf Meter tiefer See, der aus einer unterirdischen Quelle gespeist wird. Sandiges Ufer mit Birken- und Kiefernbewuchs. Parkplatz mit etwa 50 Stellplätzen. Kein offizielles Badegewässer! Im Sommer wird des öfteren per Aushang vor Blaualgen gewarnt.
Hörstener Straße / Maschener Schützenstraße, Maschen
HVV: Maschener Schützenstraße (248/243/247)

6: Elbstrand Oevelgönne

Hamburgs nächstgelegener Sandstrand, daher oft überlaufen und entsprechend vermüllt. Während der Sommersaison bemüht sich ein Putztrupp der Hamburg Port Authority (HPA), dem Müllproblem Herr zu werden. Besuchern winkt der wahrscheinlich schönste Blick auf den Hafen mit der Schiffswerft von Blohm + Voss gleich gegenüber. Baden ist durchaus möglich. Insbesondere für Kinder gilt: Bitte nur im Uferbereich! (ohne Foto)
Neumühlen, Oevelgönne
HVV: Neumühlen, Oevelgönne (112)

7: Elbstrand Blankenese
Unmittelbar westlich des rot-weiß geringelten Leuchtturms „Unterfeuer Blankenese“ präsentiert sich ein etwa 500 Meter langer Sandstrand mit guten Bademöglichkeiten. Denn der Einstieg ist – wie meist an der Elbe – flach. Darüber hinaus sorgen Buhnen dafür, dass die Strömung nicht zu stark wird. (ohne Foto)
Strandweg, Blankenese
HVV: Falkentaler Weg (48)

8: Elbstrand Wittenbergen
Wo unsere Urgroßeltern vor rund 100 Jahren noch mit Hut und in Ganzkörper-Bekleidung ins Wasser gingen (im damaligen „Strandbad Wittenbergen“!), befindet sich heute einer der breitesten, längsten und saubersten Strände der Hansestadt. Für Vierbeiner existiert eine eigene Hundeauslaufzone. Im Juni wurde eine brandneue DLRG-Rettungsstation eingeweiht.
Falkensteiner Ufer, Rissen
HVV: Falkentaler Weg (48)

9. See Hinterm Horn
Mittelgroßer, schön gelegener Baggersee unweit der Dove-Elbe. Achtung: für Kinder aufgrund steiler Abbruchkanten nur bedingt geeignet. Abgetrennter Nichtschwimmerbereich, aber keine Badeaufsicht. Kleiner Strand mit 20 Meter breiter Liegewiese. Keine Parkplätze. Der Fußweg vom S-Bahnhof Allermöhe dauert etwa 25 Minuten.
Allermöher Deich, Allermöhe
HVV: See Hinterm Horn (321)
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