Nana und Mylène

Kolumne. Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Allen kann es der Flaneur nicht recht machen.
Ältere Leser hat er vergrämt, als er seine Begeisterung für die (wunderbare) französische Sängerin Mylène Farmer zugab.
Nun wird er zahlreiche junge Leser verlieren, indem er eine heimliche Leidenschaft für Nana Mouskouri beichtet.
Jetzt bricht er eine Lanze für sie. Sie ist nicht die alte Schachtel, für die Sie sie halten, junge Freunde. Sie ist eine große Künstlerin.
Wie so oft im Leben hat der Flaneur sie per Zufall kennengelernt.
Odile Delacourt, eine junge französischen Frau, war seine erste Freundin.
An seiner Uni in Cambridge wollte er in seinem letzten Studienjahr einen Kurs über den Aufstieg und die Machtergreifung Adolf Hitlers belegen. Die Voraussetzung war, genügend Kentnisse der deutschen Sprache zu haben, um Originaltexte lesen zu können.
So organisierte er sich in den Semesterferien davor eine Stelle als Englischlehrer an einer Sprachschule in Lübeck.
Da er sich aber in Odile verliebte, die an der gleichen Schule Französisch unterrichtete, hat er mehr Französisch als Deutsch gelernt. Der Unterricht bei ihr hat ihm das Leben sehr versüßt.
Später besuchte er sie in ihrer Heimatstadt Lille.
Eine häßlichere Stadt ist kaum vorstellbar. Aber, wie das in Frankreich oft der Fall ist, innerhalb der Wohnung ist es ganz anders als außerhalb. Dort in ihrer Wohnung lernt er eine ganz neue Musik kennen, Edith Piaf, Georges Moustaki, Juliette Gréco, Georges Brassens und ... Nana Mouskouri.
Nana ist nicht eine Chansonsängerin wie die anderen. Sie ist eher europäisch als französisch. Aus Griechenland stammend, singt sie griechisch, französisch, englisch und auch erstaunlich gut deutsch. (Ältere Leser werden sich vielleicht an „Guten Morgen, Sonnenschein“ erinnern.)
Gott hat ihr – wie auch
Mylène – eine wunderbare Stimme gegeben.
Aber wie verschieden sind diese zwei Frauen! Nana die brav liebende Frau; Mylène das Luder, deren Stimme so zerbrechlich wirkt, wenn wir die kräftige von Nana dagegen halten. Aber was Liebe ist, wissen beide.
Nana hört der Flaneur auf Spotify. Für Mylène hat er ein tiefes Loch in sein nie sehr gut gefüllten Portmonnaie gegraben, indem er Unmengen ihrer CDs gekauft hat.
Ein großer Kenner der Popmusik ist er nicht. Bisher hat er nicht gewusst, dass das Schreien der Fans genauso ein Teil eines Liedes sein kann wie die Stimme der Künstlerin. Eine Doppel-CD Mylènes heißt „À Bercy“. (Wir nehmen an, Bercy sei ein Ort irgendwo in Frankreich mit einer Riesenhalle, wo die Liveaufnahme bei einem Konzert gemacht wurde.) Der erste Track, „Ouverture“, besteht aus nichts anderem als dem Schreien und Klatschen des Publikums. Aber dann ...
Liebe Ältere, geben Sie Mylène Farmer eine Chance. Teuere Verjüngensmitteln aus der Apotheke brauchen Sie dann keine mehr.
Liebe Jüngere, geben Sie Nana Mouskouri eine Chance. Es müssen nicht immer Hard Rock oder Disko sein. Loungemusik tut es ab und zu auch. Vor allem (was wir Ihnen wünsc
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