Mehr Wohnungen im Heidbrook

Im Fischbeker Heidbrook kann man auf Naturgrundstücken bauen. Ursprünglich war geplant, alle 2.100 Bäume, die hier stehen, abzuholzen. Foto: pr

Letzter Bauabschnitt wird vermarktet – das Interesse an Naturgrundstücken ist groß

Andreas Göhring,
Neugraben

Seit gut zwei Wochen läuft im neuen Wohnquartier Fischbeker Heidbrook die Vermarktung des letzten Bauabschnitts. Das Interesse an einem Grundstück am Rand des Naturschutzgebiets Fischbeker Heide ist offenbar groß. In anderen Bereichen des ehemaligen Kasernengeländes sind schon erste Häuser fertig, überall wird gebaut. Und seit die Tore an der B73 offen stehen, trifft man auf dem Areal auch Spaziergänger, Radfahrer und ein paar Autofahrer. Gelegentlich sieht man auch ein paar Rehe durch die vielen Bäume flitzen oder ein Hase hoppelt über den Weg.
Vor knapp fünf Jahren schien diese Idylle noch undenkbar. Bei einem Ortstermin auf dem künftigen Baugelände im Juni 2012 hatte Helga Nikodem, die in der Finanzbehörde für die Entwicklung großer Areale zuständig war, noch auf eine „vorsorgliche Genehmigung für das Fällen aller 2.100 vorhandener Bäume“ bestanden. Als Grundeigentümer lege die Finanzbehörde Wert auf eine vollständig von Kampfmitteln geräumte Fläche.
Gegen eine Vertreterin einer Fachbehörde schien Karl-Heinz Alpheus vom Harburger Amt für Stadt- und Landschaftsplanung keine Chance zu haben. Er war bereit, um jeden einzelnen Baum zu kämpfen, wies darauf hin, dass man in Grünanlagen nicht unbedingt nach Kampfmitteln suchen müsse.
Alpheus und sein Chef, Baudezernent Jörg Penner, bekamen Unterstützung vom damaligen Geschäftsführer der IBA Hamburg GmbH, Uli Hellweg, und seiner Nachfolgerin Karen Pein. Sie hatten erkannt, dass ein Wohngebiet mit alten Baumbeständen viel besser zu vermarkten sein würde als ein Sandwüste ohne Bäume.
So machten sie sich auf die Suche nach neuen, schonenderen Methoden der Kampfmittelsondierung. Mit Erfolg!

2015 konnte Karen Pein im Harburger Stadtplanungsausschuss verkünden: „Wir müssen nur 141 Bäume fällen.“ 21 weitere Bäume stünden „unter Beobachtung“ und bei 24 Bäumen müsse eine „Wurzelsuchschachtung“ entscheiden, ob sie erhalten werden können.
Außerdem würden 481 neue Bäume gepflanzt.
Der Bebauungsplan Neugraben-Fischbek 66 musste auch noch einmal geändert werden. Die Gründe: Zum einen konnten fast alle Kampfmittelverdachtsflächen gestrichen werden, außerdem soll Wohnungsbau auch direkt an der B73 möglich sein. Hier war bisher eine Art „Gewerberiegel“ vorgesehen.

Bebauungspläne
Die Bebauungspläne für das Gebiet Fischbeker Heidbrook (Neugraben-Fischbek 66) werden erneut ausgelegt, da statt Gewerbe Wohnungen an der B 73 gebaut werden sollen.
Die Unterlagen liegen bis 23. Mai im Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamts Harburg, Harburger Rathausplatz 4, dritter Stock, öffentlich aus. Während des angegebenen Zeitraums können Bürger den Bebauungsplanentwurf einsehen und Stellungnahmen schriftlich oder zur Niederschrift vorbringen. KI
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