Mehr Sicherheit für Radfahrer?

Unzumutbar: Heute führt der Radweg mitten durch wartende Busfahrgäste. Foto: PR

In der Harburger City sollen auf den Straßen Radfahrstreifen eingerichtet werden – Start: nicht vor 2019

Andreas Göhring, Harburg

Radfahrer sollen in der Harburger Innenstadt künftig sicherer leben. Schluss mit Radwegen, die im Nirwana enden! Schluss mit Radwegen, auf denen Busfahrgäste warten! Schluss auch mit engen und holperigen Radwegen, mit umständlichen und gefährlichen Routen beim Abbiegen. Stattdessen soll die Velo-Route 11, die vom Hamburger Rathaus über Wilhelmsburg zur Mensa der Technischen Universität an der Denickestraße führt, auf Radfahrstreifen durch die Innenstadt geführt werden.
Was heißt das konkret? Im Bereich zwischen Hannoverscher Brücke, über die große Kreuzung zur Moorstraße, weiter am Cinemaxx vorbei in den Harburger Ring bis hin zum Finanzamtsknoten, fahren Radfahrer künftig auf einem markierten Streifen auf der Fahrbahn. Die Pläne dafür haben Heinke Wiemer vom Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) und Daniel Reinke vom Ingenieurbüro Münster jetzt vorgestellt.
Und Reinke ist sicher, dass das für Radfahrer die bessere, weil vor allem sicherere Lösung ist: „Sie müssen sich an Bushaltestellen nicht mehr den Weg durch Fußgänger erkämpfen, vor allem aber werden sie besser von Autofahrern gesehen. Weil sie eben auf der Fahrbahn fahren.“
So sieht das auch der Verkehrsplaner und frühere Harburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Frank Wiesner: „Ich finde, die Planung ist insgesamt ein großer Fortschritt für Harburg.“ Die Radwege seien zurzeit schmal und zum Teil gefährlich. Die Planung sehe zeitgemäße Radstreifen vor, ohne Fahrspuren für die Kraftfahrzeuge wegzunehmen.
Bei Facebook wird auch schon über die Pläne diskutiert – oder eher geschimpft: „Schwachsinn!“, „Todesurteil für Radfahrer!“ oder „Unfassbar!“ sind die eher harmlosen Beiträge.
Und wann geht es los? Zunächst muss der Neubau der Hannoverschen Brücke abgewartet werden. Voraussichtlich 2019 ist dann die Velo-Route 11 dran. Für den Umbau des Abschnittes „Harburger Innenstadt“ sind 14 Millionen Euro eingeplant.

Der rot-grüne Senat will Hamburg zur Fahrradstadt machen. 14 Velo-Routen sollen den Weg dahin ebnen. Die Vorgabe des Senats: Die Routen sollen attraktiv, sicher und zügig zu befahren sein. Damit nicht nur Gelegenheitsradler sich freuen, sollen die Routen zudem bei jeder Witterung befahrbar und auch bei Dunkelheit sicher nutzbar sein.
Es ist geplant, die Routen bis 2020 mit einer Gesamtlänge von rund 280 Kilometern kontinuierlich auszubauen und zu beschildern. Durch Harburg führen zwei Velo-Routen. Die 10 verbindet die Hamburger City mit Neugraben, die 11 die City mit der Technischen Universität.
Alle informationen unter www.hamburg.de/radverkehr
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