„Labor im Tropfen“ spart viel Geld

Billiger und genauer zu beobachten: Das „Lab in a drop“ liefert zuverlässige Ergebnisse. Foto Christoph Schommer

Chemische Industrie fördert Unterrichtsidee der Katholischen Schule Harburg mit 12.000 Euro

Gaby Pöpleu, Harburg

Wer den Chemieunterricht mit Reagenzgläsern in Verbindung bringt, in denen zischende Chemikalien gemischt werden, hat noch nichts von „Lab in a drop“ – dem Labor im Tropfen – gehört. Das hat Lehrer Stephan Matussek zusammen mit seinen Schülern an der Katholischen Stadtteilschule Harburg entwickelt.
Und es funktioniert so: Alle chemischen Experimente werden nur noch in sehr kleinen Mengen angesetzt, quasi in Tropfen- statt in Reagenzglasgröße. An der chemischen Reaktionen ändert sich durch die Reduzierung auf die Größe eines Tropfens nichts. „Es lässt sich sogar im Gegenteil mit der Mikro-Labortechnik unter der Lupe alles viel genauer erkennen“, erklärt Stephan Matussek.
Seit mehr als zehn Jahren arbeiten der Pädagoge und seine Schüler mit 100- bis 1.000-fach verringerten Chemikalienmengen, mit denen sich in wenigen Minuten Reaktionsverlauf, Ausgangsstoffe und entstehende Stoffe beobachten lassen. Positiver Nebeneffekt: Durch die Mengenreduzierung verringern sich Kosten für die Chemikalien und ihre Entsorgung.
Interesse aus ganz Deutschland
Mehr als 80 Muster-Experimente haben Matussek und sein Team bereits entwickelt. Das stieß schon deutschlandweit auf Interesse: Die Experimente wurden mehrfach auf naturwissenschaftlichen Bundes- und Landeskongressen vorgestellt. So haben sich die Schüler innerhalb kurzer Zeit zu Experten dieser neuen Technik entwickelt – und sind selbst an der Fortbildung von Lehrern beteiligt.
Der Verband der Chemischen Industrie unterstützt das außergewöhnliche Engagement jetzt mit 12.000 Euro. Damit werden für neun katholische Stadtteilschulen und Gymnasien in Hamburg jeweils vier portable Experimentierkoffer bezahlt, um auch deren Chemieunterricht zu revolutionieren.
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