Kunst im Tunnel

Der Maler Toro, der seit über 20 Jahren in Harburg lebt, betreibt das Café mit angeschlossener Galerie seit Mai vergangenen Jahres.

Toros Café und Galerie sollen dem Gloria-Tunnel Leben einhauchen.

Von Karin Istel und Olaf Zimmermann. An Harburgs Schmuddelecke hat sich viel getan. Rund 683.000 Euro wurden bislang in die Verschönerung des Gloria-Tunnels an der Seevepassage investiert. Inzwischen betreibt der Harburger Künstler Toro hier ein Café mit angeschlossener Galerie. „Im Dezember kamen allein 500 Besucher in die Galerie“, blickt er zurück. „Das Café, das läuft so. In den vergangenen zwei Monaten war vor der Tür eine Baustelle. Die Leute waren irritiert, ob überhaupt geöffnet ist.“
Zur Erinnerung: Regelmäßig waren in der Vergangenheit Pläne für die Umgestaltung des Schmuddeltunnels vorgestellt worden, aber es tat sich jahrelang nichts. Die Verantwortung schoben sich Hans-Dieter Lindberg, Mit-Eigentümer des angrenzenden Harburg-Centers, und das Bezirksamt gegenseitig zu. Derweil wurde hinter den Kulissen munter prozessiert.
Sogar eine Zuschüttung des Tunnels war im Gespräch. Was sprach dagegen? „Eine Zuschüttung würde mehrere Millionen Euro kosten“, hieß es aus der Harburger Verwaltung, „außerdem sind im Rahmen eines umfangreichen Stellungnahme-Verfahrens nachbarrechtliche, verkehrstechnische, städtebauliche und statische Fragestellungen einzubeziehen. So einfach ist Zuschütten nicht möglich.“
Letztlich entschied sich die Harburger Bezirksversammlung, dem Gloria-Tunnel wieder Leben einzuhauchen.
Eckpfeiler des Konzeptes: Toros Kunstcafé mit Galerie. Rund 575.000 Euro ließ sich der Bezirk die Verschönerung kosten, die Wirtschaftsbehörde steuerte weitere 108.000 Euro bei.
Der Harburger Künstler darf die Flächen, die der Stadt Hamburg gehören, fünf Jahre für Café und Galerie nutzen. Die Miete richtet sich nach dem Umsatz. Toro bewirtschaftet das etwa 160 Quadratmeter große Kunstcafé überwiegend allein. „Das kann ich nur mit Hilfe meiner Familie. Ich bin hier montags bis sonnabends fast 24 Stunden am Tag. Ich male hier auch vor Gästen oder am Abend für mich selbst.“
Von Selbstausbeutung will er nichts hören: „Ich möchte hier weiter machen und muss mich um meinen „Garten“ kümmern. Mein Garten, das ist das Kunstcafé und eigentlich auch ganz Harburg. Und Harburg ist ein richtig geiler Stadtteil!“
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