Kolumne: Erfolg

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. In den Regalen der Buchhändler stehen viele Ratgeberbücher. Ganz vorne: die Bücher über den Erfolg. Bücher, die uns beibringen wollen, wie wir erfolgreich werden, wie wir ein erfolgreiches Leben führen können. Viele von ihnen sind nicht zufällig Übersetzungen aus dem Amerikanischen.
Der Gedanke liegt nah, dass wer ein Buch braucht, um sich den Weg zum Erfolg zeigen zu lassen, wahrscheinlich nicht viel Erfolg gehabt haben kann und jemals haben wird. Wären wir alle erfolgreich, gäbe es gar keine Nachfrage für solche Literatur! Der Absatz zeigt genau das Gegenteil – dass die Sehnsucht nach Erfolg überaus groß sein muss.
Ob aber Erfolg aus einem Buch erlernbar ist? Sind nicht erfolgreiche Frauen und Männer einfach so erfolgreich geboren? Schwere Frage. Die Tiefenanalyse hat gezeigt, dass wir unsere helle oder dunkle Selbsteinschätzung sehr früh von unseren Eltern lernen.
Interessant – und typisch für den Optimismus der Amerikaner – ist allerdings die Lehre dieser Literatur. Sie geht von der Macht des „positiven Denkens“ aus oder von dem was man, wenn es um unsere Gesundheit geht, früher „mind-cure“ genannt hat.
Ist die Gesamtheit unserer Gedanken und Gefühle über uns selber trüb, hoffnungslos, abschätzig, sogar depressiv, werden wir kaum die Energie aufbringen, die für den Erfolg nötig ist. Sind wir überzeugt, dass wir nur durchschnittlich sind, werden wir wohl durchschnittlich bleiben. Wir haben sozusagen den Wettlauf für verloren erklärt, bevor er überhaupt angefangen hat. Gegen diese fatale Gedankenrichtung ziehen die Ratgeberbücher mit Recht zu Felde.
Sind wir aber überzeugt, dass wir erfolgreich sein können – dass der Erfolg uns zusteht, dass wir keine Verlierer sondern Gewinner sind –, werden allein diese Gedanken Kräfte in uns freilegen, die möglicherweise zum Erfolg führen. Auf jeden Fall blicken wir aufwärts zum Licht und nicht abwärts zum Scheitern.
„Mind-cure“ ist nur die gleiche Idee auf das Gebiet der Gesundheit angewendet. Schwere, negative, hoffnungslose Gedanken führen zur Krankheit, heitere, optimistische, helle Gedanken zu Gesundheit. Wer will das leugnen?
Erstaunlich ist, wie alt diese Einsicht ist. 600 Jahre vor Christi Geburt hielt Buddha seine Lehrreden, die wir gesammelt als den „Dharmapada“ kennen. Erstaunlicherweise ist das Allererste, was er uns sagt, „Deine Gedanken von heute sind dein Leben von morgen.“ Er geht nicht so weit, uns Erfolg und Gesundheit zu versprechen. Aber die Tendenz des positiven Denkens ist unverkennbar. Gedanken, wusste der Buddha, Gedanken sind Macht. Kannst du die Färbung deiner Gedanken aufhellen, kannst du dein Leben zum Guten beeinflussen.
Inwiefern haben wir es in der Hand, positiv zu denken? Zwar sind Gedanken mächtig, sie haben Kraft, und es ist nicht leicht, ihnen eine neue Richtung zu geben. Es gibt nicht nur positive Gedankengewohnheiten, sondern auch negative. Wäre es nicht eine gute Idee mit Kindern in der Schule über diese Zusammenhänge zu sprechen, da sich gewiss schon früh in der Kindheit Gedankengewohnheiten festsetzen?
Was ist Erfolg? Ein Einfamilienhaus? Ein tolles Auto? Eine glückliche Ehe? Innere Zufriedenheit? Nächste Woche, liebe Leser, mehr dazu.
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