Kolumne: Arm in Harburg

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Was macht man, wenn man arm ist? Gute Frage.
Was macht man, wenn man arm ist in Harburg? Noch bessere Frage.
Nun der Flaneur ist eindeutig arm. Er muss von 800 Euro im Monat leben.
Und dass er in Harburg lebt ist auch unbestritten.
Natürlich ist er nicht allein. Harburg ist nicht Volksdorf, Harburg ist nicht Blankenese.
Als er 2006 hierherzog, hörte er, Harburg sei der Arsch Hamburgs.
Das kann er nicht bestätigen. Er mag das Viertel recht gern inzwischen.
Zwar stößt ihm einiges übel auf, wie das Phoenixcenter, zum Beispiel. Er hatte nie viel übrig für Shoppingmalls.
Das Helmsmuseum findet er auch ganz schön schräg.
Aber andere Sachen findet er echt cool.
Das Café Komm Du, oder die Kulturwerkstatt, oder das Raucherstübchen von Anja und Wolfgang am Sand.
Aber essen. Wo essen, wenn du kaum Geld hast?
Die Mensa der Technischen Uni ist keine schlechte Adresse. Aber voll, Freunde, ich sage euch. Du kannst kaum in Ruhe essen, so zusammengepfercht bist du an den Tischen ab 12.30 Uhr. Es gibt allerdings schon hübsche Studentinnen, die du anstieren kannst. Das ist zweifelsohne ein Plus. Aber der wissenschaftliche Verein ist schon recht männerlästig, da ist nichts zu machen, auch wenn du dich in die Bibliothek nach dem Mittagessen zurückziehen kannst und dort ungestört und umsonst die „Süddeutsche Zeitung“ lesen kannst. Die entschädigt dich für einiges, zum Beispiel, dafür, dass du keine hübsche Freundin hast. Wenn du arm bist, lernst du schnell, dass du für Frauen, die hübschen und die nicht so hübschen, gar nicht mehr interessant bist.
Also, wo sonst essen? Es gibt eine Möglichkeit, arme Freunde, wo der Flaneur staunen muss, dass es dort nicht proppevoll ist.
Laufen Sie, Freunde, Richtung Karstadt. Halten Sie sich links, als ob Sie zu Staples wollten. Sie befinden sich im Küchgarten. Nummer 19 ist das Fairkaufkaufhaus. Da können Sie alles billig erwerben, Stühle, Gläser, Möbelstücke, alles. Halten Sie sich nicht bei diesen verlockenden Angeboten auf, sondern steigen Sie in den ersten Stock.
Und da können Sie essen und essen. Die Portionen sind klein. Man kann zweimal nehmen.
Wenn Sie nicht mehr 3,50 Euro für ein Mittagessen aufbringen können, kann der Flaneur Ihnen auch nicht helfen!
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