Klagen gegen neues Terminal

51 Oevelgönner haben sich zusammengeschlossen und gehen gegen die Westerweiterung von Eurogate vor

Karin Istel, Waltershof

Seit 2005 wird geplant: Eurogate will sein Containerterminal im Hafen erweitern. Am Nikolaustag 2016 gab die Wirtschaftsbehörde ihr Okay für die Pläne Es erging ein Planfeststellungsbeschluss.
Jetzt haben sich 51 Oevelgönner zusammengeschlossen und klagen gemeinsam gegen die Terminalerweiterung. Damit blockieren sie die Verwirklichung des Projektes im Hafen auf unbestimmte Zeit.


Was genau ist jetzt im Hafen geplant?
Auf der in die Elbe hineinreichenden Landzunge zwischen Köhlfleet im Westen sowie Park- und Waltershofer Hafen im Osten soll eine 1.050 Meter lange Kaimauer gebaut werden. Sie verläuft vom Predöhlkai zunächst 600 Meter in Nordwestlicher Richtung. Dann knickt sie nach Westen ab und verläuft paralell zum Bubendey-Ufer.
Weiterhin wird wasserseitig der geplanten Kaimauer die Elbe bis zu einer Tiefe von gut 17 Meter unter Normal Null abgetragen. So sollen Liegeplätze für zwei große Con-
tainerschiffe und einen Feeder entstehen.
Damit die Güter von den Schiffen wegtransportiert werden können, soll eine neue Terminalfläche von 38 Hektar entstehen. Das entspricht 38 großen Fußballfeldern. Der Petroleumhafen wird dafür zugeschüttet. Er ist mit seinen 13 Hektar genauso groß wie 13 große Fußballfelder.
Da die großen Schiffe zur Ausfahrt wenden müssen, wird der Drehkreis im Parkhafen von 480 Meter auf 600 Meter vergrößert. Außerdem ist der Bau eines 100 Meter hohen Leuchtturms geplant.

Wie teuer ist das gesamte Projekt?
250 Millionen Euro.

Warum klagen die Oevelgönner?
Sie befürchten, dass es durch das neue Terminal lauter und die Aussicht auf das Südufer schlechter wird: Die Pappelallee, die dort jetzt steht, würde verschwinden. Dafür gäbe es dann am Bubendey-Ufer Deutschlands höchsten Leuchtturm mit knapp 100 Metern Höhe zu sehen.
Doch die Klage könnte auch ein Schachzug im Rahmen der geplanten Elbvertiefung sein. So lange die Klage der Oevelgönner gegen die Westerweiterung von Eurogate anhängig ist, kann mit diesen Bauarbeiten nicht gestartet werden. So kann beispielsweise weder die Elbe entlang der zukünftigen Kaimauer ausgebaggert noch der Wendekreis für Großschiffe erweitert werden.

Wer entscheidet über die Klage?
Das Verwaltungsgericht Hamburg.

Was sagt die Wirtschaftsbehörde?
„Der Planfeststellungsbeschluss sieht Maßnahmen zum Schutz der Anwohner vor Lärm vor. Derzeit können wir die Argumente der Kläger nur erahnen, weil eine Begründung der Klage noch nicht vorliegt. Wir werden jedoch nicht von den Plänen abrücken, den Hafen wie geplant im Westen auszubauen und einen größeren Wendekreis im Parkhafen zu schaffen“, so Wirtschaftssenator Frank Horch.
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1 Kommentar
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 31.01.2017 | 17:21  
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