Kings and Queens

Kolumne: Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. England, der Heimat unseres Flaneurs, geht es nicht gut.
Es geht ihr wirtschaftlich nicht gut. Es geht ihr vom sozialen Zusammenhalt her nicht gut.
Um ehrlich zu sein, ist der Flaneur, auch wenn er durch und durch Patriot (nicht Nationalist) ist, recht froh bei Ihnen hier in Deutschland leben zu dürfen.
Manchmal besinnt er sich auf Dinge aus einer großen Vergangenheit, die ihn auf sein Land stolz stimmen.
Als da wären: Der größte Dichter, der je gelebt hat, war Engländer. Eine kleine Insel am Rande Europas herrschte einst über das größte Weltreich, das es je gegeben hat. Und auch wenn in diesem Weltreich nicht alles unseren heutigen Vorstellungen entsprach – wir wollten immerhin die Barbaren zivilisieren! – war die englische Kolonialherrschaft entschieden menschlicher als zum Beispiel die belgische. Vergleichen Sie Joseph Conrads grausames „Herz der Finsternis“ über den Sadismus der Belgier im Kongo mit E.M.Forsters „Ein Gang nach Indien“. Es ist kein Vergleich.
Und endlich dürfen wir nicht vergessen, die besondere englische Fähigkeit, große Ereignisse prächtig zu organisieren, Krönungen zum Beispiel, wie die unserer guten Elizabeth II, oder Staatsbegräbnisse wie das von Winston Churchill.
Zu diesem letzten Punkt gehört herrliche Musik von Henry Purcell und Georg Friedrich Händel, Musik, die hier in Deutschland zu wenig bekannt ist.
Eine junge, sehr schöne Trompeterin namens Alison Balsom, eine Virtuosin vor dem Herrn, und ein alter Dirigent, Trevor Pinnock, haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Musikstücke – Purcells „Sound the Trumpet“, Händels „Eternal Source of Light Divine“ (Birthday Ode for Queen Anne) – für uns aus der Vergessenheit zurückzuholen.
Es ist leicht über die königliche Familie zu schmunzeln. Der Flaneur hat mit Prince Charles studiert und schon damals seine ganze Unbeholfenheit und linkische Art gesehen.
Aber hören Sie sich Alisons CDs „Kings and Queens“ und „Sound the Trumpet“ an, um daran erinnert zu werden, dass der Engländer einen tiefen Sinn dafür hat, was es bedeutet ein König (oder eine Königin) zu sein.
O ja, auch er hofft, dass William mit seiner hübschen Kate und nicht Charles mit seiner etwas verlebten Camilla Elizabeth auf den Thron folgen wird..
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