Jetzt wird’s rasant

Ganz neu auf dem Binnenhafenfest: spektakuläre Aktionen mit Flyboard und Jetski (Foto). Foto: Panthermedia

Binnenhafenfest: Vor drei Monaten vor dem Aus – jetzt mit neuen Attraktionen. Wie geht das? Ein Interview mit Martina Siebert (Kulturwerkstatt)

Olaf Zimmermann, Harburg

Im November wurde das Aus für das Binnenhafenfest 2017 auf einer Pressekonferenz in den ehemaligen Kontorräumen des traditionsreichen Harburger Handelshauses Renck & Hessenmüller von Timo Blume und Gorch von Blomberg (beide Kulturwerkstatt Harburg) verkündet. Man habe einfach zu wenig Leute und zu wenig Geld. Drei Monate später steht fest: Auch 2017 wird ein Binnenhafenfest gefeiert. Mit mehr Attraktionen als zuvor. Was hat diesen Umschwung ermöglicht? Martina Siebert (Kulturwerkstatt) gibt Antworten.

Vor drei Monaten haben Timo Blume und Gorch v. Blomberg das Aus für das Binnenhafenfest 2017 verkündet. Ein Argument war: das Organisationsteam bestünde nur aus acht bis zehn Personen und sei zu klein. Hat sich das inzwischen geändert? Die Fragestellung beim Binnenhafenfrühstück war: „Harburg ohne Binnenhafenfest?“ Diese Frage wurde von einigen Harburgern mit ‘Nein’ beantwortet. Es wurden Menschen aktiv, die vorher das Binnenhafenfest nur als Besucher kannten oder Helfer vor Ort waren. Bei einem Treffen mit den Binnenhafenfest-Interessierten kamen viele Ideen von den Harburgern, was gemacht werden könnte. Als die Frage kam, ob dies noch in 2017 umgesetzt werden solle, kam trotz vieler Bedenken und der knappen Zeit ein „Ja“.
Und so bildete sich ein Organisationsteam aus Kulturwerkstatt-Harburg, dem Museumshafen Harburg, dem HTB, der Polizeiwache im Binnenhafen und interessierten Harburgern für 2017. Diese doch recht große Gruppe kümmert sich jetzt um die Organisation des Festes, das ja schon bald stattfindet.

Werden jetzt Aufgaben, die bislang von Ehrenamtlichen geleistet wurden, ausgelagert? Welche?
Nein. Wir haben in diesem Jahr weder die finanziellen Möglichkeiten hierfür, noch möchten wir dies. Alles, was geschafft werden muss, entsteht aus uns heraus. Wir haben ein so vielfältiges Team, dass alle Bereiche der Planung abgedeckt werden können.
Wir konnten aber den Museumshafen Harburg für die Gestaltung des Wasserprogramms gewinnen. Dies könnte man als eine Art „Auslagerung“ bezeichnen. Wir sind mit dem Harburger Museumshafen sehr eng verbunden und dessen Mitglieder gestalten das Fest ehrenamtlich mit.

Wie viel Zeit stecken Sie als Hafenfestmanagerin in die Organisation des Binnenhafenfestes? Arbeiten Sie ehrenamtlich? Welch ein großes Wort: „Hafenfestmanagerin“. Dies bin ich nicht, auch wenn es mich ehrt, so benannt zu werden. Ich bin ein Teil des Koordinations-Teams.
Ich nehme mir die nötige Zeit, das Fest mitzuorganisieren, wozu einige Wege gegangen werden, Telefonate geführt werden und Mails verschickt werden. Eine Stundenzahl möchte ich hier nicht benennen. Ich könnte es auch nicht. Das, was ich mache, kann ich zum Teil von zu Hause erledigen.
Wenn ich außer Haus tätig bin, kann ich oft meinen Hund mitnehmen, so dass ich die „Arbeit mit dem Vergnügen“ verbinde. Alle in unserem Team investieren viel Zeit in das Projekt. Und ja, wir alle machen dies auf ehrenamtlicher Basis!

Im vergangenen Jahr lag der Etat der Veranstaltung bei nur rund 60.000 Euro. Steht jetzt mehr zur Verfügung? Woher kommen diese Mittel?
Unsere Mittel für dieses Jahr fallen geringer aus. Wir bekommen einen festen Betrag vom Bezirk, haben Einnahmen durch die Stände und wir sind dabei, Sponsoren für das Fest zu gewinnen. Ohne Geld geht es heute ja leider nicht mehr. Wir konnten aber auch indirekte Sponsoren finden. Diese beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des Programms an Land und auf dem Wasser. Durch die etwas andere Gestaltung des Festes – vor allem in Bezug auf die Veranstaltungsflächen – haben wir vermutlich nicht die gleichen Ausgaben wie im letzten Jahr.

Was wird beim kommenden Hafenfest anders als bisher?
Die Kulturwerkstatt Harburg ist und bleibt der Veranstalter dieses schönen und familienorientierten Festes. Wir sind dabei, Standbetreiber zu gewinnen, die das Programm mitgestalten, so dass Kinder und Erwachsene vielerorts die Möglichkeit haben, selbst aktiv zu sein. Der Museumshafen Harburg hat die Organisation des Wasserprogramms übernommen, die Polizei öffnet am Sonntag ihre Türen.
In diesem Jahr wird es auf dem Lotsekai einen schönen Hobby-Kunsthandwerkermarkt geben, die Kulturwerkstatt Harburg öffnet ihre Türen für den beliebten Bücherflohmarkt und einige Gruppen der Kulturwerkstatt Harburg werden sich aktiv am Fest beteiligen, so dass die Besucher mehr Einblick bekommen, wie vielfältig das Angebot in der Kulturwerkstatt ist. Doch auch Altbewährtes wird es geben: den Bootsshuttle, Musik und Programm auf der „Stadersand“, den Veritaslauf des HTB, und und und.

Kulturwerkstatt

Seit Gründung 1984 hat sich der Verein Kulturwerkstatt Harburg die Pflege und Förderung von Kunst und Kultur in Harburg auf die Fahne geschrieben. Insbesondere soll die Erinnerung an den alten Binnenhafen hochgehalten werden. Beim in Eigenregie organisierten Binnenhafenfest konnten alljährlich Tausende von Besuchern die Geheimnisse und die Schönheit des alten Harburger Hafens bewundern.
Außerdem bietet die Kulturwerkstatt regelmäßig Lesungen, Kino, Konzerte sowie verschiedene Kurse und Workshops an - für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Kulturwerkstatt Harburg
Kanalplatz 6
21079 Hamburg
Tel. 765 26 13,
E-Mail: info@kulturwerkstatt-harburg.de
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