Jetzt wird nicht mehr gestritten

Ein schickes Quartier, aber nicht gerade preiswert: die Marina auf der Harburger Schloßinsel. Foto: PR

Marina auf der Schloßinsel: Rechtsstreit zwischen Investor Provinzial Rheinland und Projektentwickler Lorenz beigelegt

Andreas Göhring, Harburg

Die „Marina auf der Schloßinsel“, eines der spektakulärsten Projekte der IBA Hamburg 2013, ist so gut wie fertig.
Demnächst kann das letzte von sechs Wohnhäusern bezogen werden. Der lange Rechtsstreit zwischen Projektentwickler Frank Lorenz und dem Investor des
75-Millionen-Euro-Baus, der Provinzial Rheinland, ist beendet.
Dass der Zeitplan nicht eingehalten werden kann, scheint bei Großprojekten die Regel zu sein. Die Hamburger kennen das. Deshalb glaubten auch nur Optimisten, dass die „Marina auf der Schloßinsel“ mit ihren rund 160 Wohnungen in attraktiver Lage rechtzeitig zur Abschlusspräsentation der Internationalen Bauausstellung eingeweiht werden könnte. Es gab immer wieder Verzögerungen.
Die Lage eskalierte, als mitten im IBA-Jahr der österreichisch-spanische Generalunternehmer Alpine Insolvenz anmeldete. Wenig später kündigte der Investor dem Projektentwickler Lorenz. Um die finanziellen Folgen dieses Schrittes ging es in dem drei Jahre dauernden Rechtsstreit. Das ist jetzt erledigt. Frank Lorenz: „Wir haben uns gegenseitig eine Generalquittung ausgestellt.“ Mit anderen Worten: Man verzichtet auf gegenseitige Forderungen.

Nach der Trennung vom Projektentwickler ging der Bau aber nicht voran. Im Gegenteil: Die Bauarbeiten ruhten – zum Ärger der schon eingezogenen Käufer und Mieter. Neu beauftragte Baufirmen entdeckten bei einer Bestandsaufnahme Baupfusch in erschreckendem Ausmaß. Offenbar waren die Dämmungen an den Fassaden nicht sachgerecht angebracht. Fast alle mussten komplett erneuert werden. „So hatten wir uns das nicht vorgestellt“, sagt die Käuferin einer Wohnung. „Für das viele Geld wollten wir eigentlich nicht jahrelang auf einer Baustelle leben.“ Als letztes der sechs Wohnhäuser wird jetzt „Pearl“ fertiggestellt. Mit seinem Wohnturm, der dem alten Hansen-Speicher nachempfunden wurde, ist er der architektonische Leuchtturm für den Harburger Binnenhafen.
Allerdings: So ganz billig ist das Wohnen dort nicht. Zurzeit werden gerade zwei Wohnungen im siebten Stock mit je rund 170 Quadratmetern Wohnfläche und Elbblick für 920.000 Euro angeboten.
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