Information statt Halbwissen

Drei aus dem Schülerrat der H10: Julian Meyer, Samantha Berg und Daniel Gammelin (v. l.). Foto: sl

Schülerrat der H10 organisierte Diskussion mit Politikern und Experten zur Flüchtlingskrise

Von Sabine Langner. Wie kann die Flüchtlingskrise gelöst werden? Während die einen die Ärmel hochkrempeln und helfen, rufen die anderen laut nach Obergrenzen. Ganz ähnlich scheint es auch in der Staatlichen Handelsschule mit beruflichem Gymnasium Harburg, kurz H10, im Göhlbachtal zu sein. „Gerade nach den Vorfällen in der Silvesternacht sind hier einige Sprüche aus der rechten Ecke laut geworden“, berichtet Daniel Gammelin, Mitglied des Schülerrates. Sein Kollege Julian Meyer ergänzt: „Weil gerade diese Leute oft nur mit Halbwissen diskutieren, haben wir uns überlegt, die Schüler zu der Flüchtlingskrise zu informieren.“
Gesagt, getan. Die sechs Mitglieder des Schülerrats befragten ihre Mitschüler und notierten Fragen wie „Was machen Flüchtlinge den ganzen Tag?“, „Wie werden sie registriert?“ oder „Wie kann man Integration umsetzen?“

André Trepoll (CDU) und Metin Hakverdi (SPD) antworteten auf Schülerfragen


Für die Beantwortung der Schülerfragen luden sie Experten und Politiker zu einer Diskussionsrunde ein, die an zwei Tagen stattfand, weil nicht alle Schüler in die Aula passen. Zunächst kamen der Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD) und eine Mitarbeiterin von Fördern & Wohnen, am zweiten Tag saßen der CDU-Fraktionschef André Trepoll zusammen mit dem Grünen Bürgerschaftsabgeordneten Kurt Edler sowie zwei Mitarbeitern der Zentralen Erstaufnahmestelle in Neugraben auf dem Podium.
So viele Fragen im Vorfeld gesammelt wurden, so wenig Enthusiasmus zeigten die Schüler bei der Veranstaltung selbst. „Eigentlich finde ich das ganz gut, aber wir schreiben nächste Woche Vor-Abi und haben gerade echt andere Dinge im Kopf“, maulte die 19-jähringe Anna. Auch der 17-jährige Kevin war nicht sehr begeistert von der Pflichtveranstaltung: „Das war schon okay, aber vieles hat man doch schon zehnmal gehört.“
Für den Schülerrat waren diese ernüchternden Aussagen kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. „Alle kann man mit dem Thema nicht erreichen, aber unsere Gäste haben toll geantwortet, und die Diskussionen sind gut gelaufen“, fasst Gammelin zusammen.
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