In Harburg gibt’s immer weniger Bäume

Von Herbst 2016 bis Frühjahr 2017 wurden im Bezirk Harburg mehr Bäume gefällt als neue angepflanzt. Foto: cv

Zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 wurden im Bezirk nach Auskunft der Verwaltung 221 Bäume gefällt

Zimmermann/ Istel, Harburg

Die Motorsägen sind wieder eingepackt, die jährliche Baumfällsaison ist vorbei. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wie viele Bäume wurden im Bezirk abgeholzt? Dazu liegen unterschiedliche Zahlen vor. „Es wurden zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 insgesamt 221 Bäume gefällt“, so Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weiß nur von 185 Baumfällungen.  Neu gepflanzt wurden in diesem Zeit-raum nach Auskunft des Bezirks 212 Bäume, nach Zählung des Nabu allerdings nur 58 Bäume.
Klar ist: Es werden mehr Bäume abgeholzt als neu gepflanzt. „Die aktuellen Baumfällstatistiken bereiten uns große Sorge. Denn neben dem Verlust an Grünflächen durch den enormen Bauboom in Hamburg kommt jedes Jahr noch der Verlust von Tausenden von Bäumen hinzu.
Bäume in den Straßen und Parkanlagen sind unsere grüne Lunge in der Stadt. Wir fordern ein dringendes Umdenken bei der Stadtentwicklung, die gerade darauf zusteuert, unsere Stadtnatur aus dem Auge zu verlieren“, warnt NABU-Vorstand Alexander Porschke.
Warum wurden im Bezirk Harburg Bäume gefällt? „Es liegen verschiedene Gründe vor. Die Fällungen sind erforderlich, weil die Verkehrssicherheit durch baumpflegerische Maßnahmen nicht mehr gewährleistet werden kann“, erklärt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak. Andere Bäume fallen dem Wohnungsbau und Nachverdichtung zum Opfer. „Baumstandorte werden auch aufgegeben, wenn die ursprüngliche Baumpflanzung über die Jahre zu dicht steht, das heißt Bäume in Konkurrenz zueinander stehen und dadurch keine optimale Ausbildung und Entwicklung mehr möglich ist.“
Warum werden wenig Bäume ersetzt? Bettina Maak: „An einigen Standorten entfällt die Nachpflanzung, weil bereits zu viele Bäume in der Nähe stehen, wegen Leitungen und Umbaumaßnahmen.“
Außerdem fehlt’s an Geld. „Die 53.000 Euro aus der jährlichen Zuweisung der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) an das Bezirksamt sowie die 350.000 Euro aus dem Sonderfonds ‘Mein Baum, meine Stadt’ sind bereits verplant, beispielsweise für Neuanpflanzungen bei Bauvorhaben“, so Maak.
Deshalb dauert es mit der Neupflanzung manchmal auch länger. „Von den 205 gefällten Bäumen aus der Baumfällsaison 2014/15 wurden bis Dezember 2016 ungefähr 170 Bäume nachgepflanzt“, erläutert die Bezirksamtssprecherin.
Was für Bäume wurden angepflanzt? Am häufigsten Sumpf-Eichen, Hybrid-Ulmen, Stiel-Eichen, Feld-Ahorn, Hainbuche, Berg-Ahorn, Japanischer Ahorn, Gelbe Pavie, Italienische Erle, Himalaja-Birke, Baumhasel und Amerikanische Eschen.

Einhausring

Nach Angaben eines Anwohners sollen im Einhausring in Langenbek sieben Bäume gefällt worden sein. Warum? Auf Nachfrage teilte das Bezirksamt mit: „Im Einhausring 5 ist die Fällung einer Hainbuche genehmigt worden. Von weiteren Fällungen ist uns nichts bekannt. Wir werden der Sache nachgehen.“
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Petra Weinstein aus Harburg | 07.03.2017 | 17:08  
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