In der Wohnung auf dem Parkett gegrillt

Kein schöner Anblick: Die Mieter hinterließen Müll und Chaos. Fotos: Jolin Einsiedler

Marienstraße: Was Vermieter Claus Neugebauer mit seinen
Mietern erlebte – Schaden von bis zu 10.000 Euro

Jolin Einsiedler, Harburg,

Schimmel im Bad, unklare Nebenkostenabrechnungen – nicht selten beklagen sich Mieter völlig zu Recht über Versäumnisse ihres Vermieters. Aber auch Mieter haben viele Möglichkeiten, ihrem Vermieter Sorgenfalten auf die Stirn zu treiben. So wie im Fall von Claus Neugebauer. Der Harburger hat eine Wohnung in der Marienstraße vermietet.
Seit 2009 lebte die arbeitslose Bettina K. (Name geändert) in Neugebauers 38 Quadratmeter großen Wohnung im dritten Stock des Hauses. Die Miete, rund 385 Euro, übernahm das Jobcenter. Im vergangenen Jahr überließ Bettina K. aufgrund einer Krankheit ihrer Tochter und deren Freund die Wohnung. Damit begann der Ärger. Immer mehr Nachbarn beschwerten sich über die Ruhestörung und Lärmbelästigung durch das Paar –­ mitunter um drei Uhr nachts.
Nicht einmal nötige Reperaturarbeiten konnte der Vermieter vornehmen, weil ihn die Mieter nicht in die Wohnung lassen wollten: „Mir waren die Hände gebunden. Sie versperrten mir den Zugang zu meiner eigenen Wohnung“, so Neugebauer.
Schließlich entwickelte sich ein zäher Rechtsstreit zwischen beiden Parteien, der jetzt mit der Räumung der Wohnung ein Ende fand.
Bei der Schlüsselübergabe dann der Schock: Die Wohnung ist völlig verwahrlost, demoliert – und damit unbewohnbar. Die dunklen Flecken auf dem Holzfußboden lassen nur erahnen, was passiert ist: Hier wurde auf dem nackten Boden mithilfe herkömmlicher Aluminium– Grillschalen Feuer gemacht. Dies war eine Gefahr für die anderen Mieter im Haus, weil ein Feuer hätte ausbrechen können.
Durch die Brandflecken muss der Holzfußboden ausgetauscht werden. Die Gesamtkosten des Wohnungsschadens belaufen sich auf acht- bis zehntausend Euro. „Die bezahlen mir das bestimmt nicht, ist ja alles vom Amt. Es wird Jahre dauern, bis ich das Geld wiederhabe“, so der 76–Jährige.
Seine Grundeigentümerversicherung zahlt keinen Cent, weil die Schäden von den Mietern mutwillig verursacht wurden. „Ich will, dass jeder sieht, dass es auch die Vermieter treffen kann, nicht immer nur die Mieter“, sagt er.
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