Harburgs jüngster Feuerwehrmann

"Wasser marsch!", Niklas Börninck versucht sich an der Strahltechnikübung. Foto: Schade

Mit zehn Jahren ist Niklas Börninck schon im Feuerwehrauto und mit Löschrohr im Hamburger Süden unterwegs.

Von Paul Schade. Das Kommando kommt mit lauter Stimme. „Wasser marsch“, lautet der Befehl. Und der Junge mit dem etwas zu großen rotweißen Helm auf dem Kopf blickt konzentriert auf den langen Schlauch, den er fest in seinen beiden Händen hält. Der Wasserstrahl schießt mit hoher Geschwindigkeit auf das etwa zehn Meter entfernte brennende Zimmer. Mehrere Sekunden lang. Volltreffer! Der Junge strahlt. Auftrag erledigt! Brand gelöscht. „Das war gut“, sagt Kolja Franssen, der Mann mit der lauten Stimme. Er klopft dem Jungen an der Spritze anerkennend auf die Schulter. Niklas Börninck lächelt, ist stolz und blickt zufrieden nach oben. Der Größenunterschied zwischen ihm und Kolja Franssen ist doch recht groß, vielleicht 30 Zentimeter. Denn Niklas ist erst zehn Jahre alt, geht in die 4. Klasse - und darf sich Harburgs jüngster Feuerwehrmann nennen.
Der Zimmerbrand war selbstverständlich nicht real. Niklas hat auf einen Busch gezielt, hier auf dem Übungsgelände der Berufsfeuerwehr. Sieben Kinder und ihre Betreuer sind mit dem großen roten Feuerwehrwagen angerückt. „Spaß macht mir bei der Feuerwehr eigentlich alles, aber Ausfahrten wie heute finde ich besonders toll“, erzählt der Junge mit den blonden Haaren. Seit einem halben Jahr besucht Niklas die Jugendfeuerwehr Harburg am Lotsekai im Binnenhafen. Gegründet wurde sie im Dezember 2008. Einst waren 17 Kinder bei den wöchentlichen Treffen, nun sind es noch sieben.
Niklas ist mit großem Enthusiasmus dabei, auch wenn er bei richtigen Einsätzen noch nicht mitmachen darf. „Viel zu gefährlich“, sagt Alex Wilke, Chef des gesamten Teams und Berufsfeuerwehrmann. Aber Niklas übt am Lotsekai für seine eigene berufliche Zukunft. Er will später unbedingt sein Geld bei der Feuerwehr verdienen. Nicht ganz unschuldig an diesem Berufswunsch ist sein Vater, der selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist. „Durch Papa bin ich auf die Jugendfeuerwehr gekommen, von ihm hole ich mir meine Tipps“, sagt Niklas nicht ohne Stolz in der Stimme. Seine Lieblingsfächer in der Schule sind Handarbeiten, Musik und Sport. Aber in der Freizeit schlägt sein Herz nur für die Feuerwehr.
Niklas hat schon an Turnieren teilgenommen und dort zusammen mit seinem Team vom Lotsekai so manchen Erfolg eingefahren. Bei den wöchentlichen Treffen geht es nicht immer an die Spritze, auch Theorie muss gelernt werden. Erste-Hilfe-Kurse, Knotenkunde und ABC-Einsätze, bei denen die Kinder alles über gefährliche Stoffe erfahren, stehen auf dem umfangreichen Programm. Langweilig ist es Niklas noch nicht geworden. Im Gegenteil. Er freut sich auf jedes Treffen. „Ich hoffe, meinen Traum, Berufsfeuerwehrmann zu werden, eines Tages verwirklichen zu können“, sagt Niklas zielstrebig, fast ein wenig erwachsen klingend.
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