Harburgs Bismarck-Denkmal

23 Meter hoch: der Bismarckturm auf dem Kiekeberg. Foto: Archiv Jörg Bielefeld, www.bismarcktuerme.de
Hamburg: kiekeberg |

Vor hundert Jahren wurde ein riesiges Bismarck-Denkmal eingeweiht, das 1945 gesprengt wurde

Von Jacoba Paulus. Das Bismarckdenkmal neben dem Michel kennt jeder Hamburger, aber was hat der „Eiserne Kanzler“ mit dem Freilichtmuseum am Kiekeberg zu tun? Der Harburger Fabrikant Ernst Eger, der zugleich Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins Harburg war, wollte den 1898 verstorbenen Reichskanzler ehren. Er gründete ein Komitee, das Spenden sammelte. Als Standort des Turm-Denkmals wurde der Kiekeberg bei Ehestorf ausgewählt. Wilhelm Schuster, der Inhaber des Gasthauses „Peters Höh“ am Kiekeberg, kaufte das Gelände für 1000 Reichsmark.
Der Architekt Wilhelm Kreis entwarf einen dreistöckigen Rundbau mit einer Kuppel, gekrönt von einer Feuerschale. Der Turm war 23 Meter hoch; gemauert aus blauem Klinker mit einem Sandsteinportal.
Zur Eröffnungsfeier im Oktober 1912 kamen 5.000 Harburger. Auf der Kuppel wurde ein Feuer entzündet, allerdings mit bescheidenem Erfolg: Statt einer lodernden Flamme entstand vor allem eine Menge Qualm.
Ende der Dreißiger Jahre wurde der Turm dann für die Landvermessung genutzt. Während des Zweiten Weltkrieges lagerte das Helms-Museum hier einige seiner Schätze. Das war ein Fehler: Am 20. April 1945 wurde der Turm durch die Wehrmacht gesprengt und alle Kunstschätze zerstört. Die deutschen Soldaten befürchteten, die britischen Truppen könnten ihn für ihre Zwecke nutzen.
Von dem Turm ist heute nichts mehr zu sehen, doch das Grundstück wurde dem Helmsmuseum übereignet, das dort 1953 das Freilichtmuseum am Kiekeberg gründete.
Ein Stein erinnert heute noch an Bismarck: Sein Name steht auf einem Findling auf dem Museumsgelände. Auf dem ehemaligen Bauplatz pflanzte man eine Eiche.
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1 Kommentar
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Joachim Eger aus Lurup | 16.10.2013 | 12:13  
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