Harburger Geschichte: Frisches Wasser fürs Harburger Schloss

Die historische Wasserleitung: Die Eichenpfähle sind gut zu erkennen. Im Hintergrund liegt die Harburger Innenstadt. Foto: Kuchenbuch

Neue Serie über spannende Ausgrabungen vor der Haustür.

Von Georg Kuchenbuch. Herzog Otto I. war ein kleiner Verschwender, der gern sein Terrain ausbaute. 1533 kamen zu den zwei Geschützen drei neue Geschütze, die Verteidigungsfähigkeit der Burg wurde damit verstärkt, die baulichen Verteidigungsanlagen rund um das Schloss erheblich aufgestockt und verbessert.
Eine zweite Welle der Erneuerung der Schlossgebäude setzte 1529 ein. Rund um Harburg wurden Wall- und Deichanlagen gebaut. (1637 Ehrung: Straßenname „Am Wall“). Städtische Privilegien wurden erweitert. Wer baut braucht Wasser!
Was man kaum für möglich hielt: Bereits um 1500 ließ Herzog Otto I. eine hölzerne Rohrleitung zum Schlossbrunnen vom Stadtrand Harburgs aus verlegen. Die Eichenstämme hatte man in Hamburg ausgebohrt, die Verbindungen gesteckt und mit Eisenmuffen verbunden. Ein Schlossbrunnen nahm das Wasser auf. Es sollte Wasser besserer Qualität sein.
Übrigens – es gibt von Harburg einen Plan mit dem Eintrag des gesamten innerstädtischen ersten Kanalisationsnetzes.
Wo durch Baumaßnahmen gegraben wird, wie 2011 bei unserem Schloss, findet sich zwangsläufig auch das Helms-Museum mit seiner Abteilung Bodendenkmal-Pflege ein und versucht meistens zu retten, was zu retten ist.
Ein Zulauf durch den Göhlbach aus Eißendorf war vor 500 Jahren genauso vorhanden wie ein Zulauf aus dem Höpen durch die Engelbek zu den Burggrabengewässern.
Die Leitung stammt aus den Jahren 1498 und 1532, so ein bisheriger Bericht, außerdem wurde ein Rohrstück mit 30 Metern Länge ermittelt. Wenn man einen mittleren Fuß für Harburg mit knapp 30 Zentimeter zugrunde legt, ergibt sich für ein Rohrstück eine Länge von etwa 100 Fuß, denn vor 500 Jahren gab es die Längeneinheit Meter noch nicht.
Viel bedeutungsvoller scheint mir die tiefe Lage der Leitung unter der Erdoberfläche zu sein. Wenn man die kaum veränderte Terrainhöhe des Schlosshofes zugrunde legt, wozu legte man die Leitung dann etwa zwei Meter tief oder sogar tiefer?
Lesen Sie im nächsten Wochenblatt zum Wochenende woher das Wasser fürs Schloss kam.
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1 Kommentar
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Sven Poslednik aus Harburg | 13.12.2011 | 11:24  
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