Hamburg ist am jüngsten

Durchschnittsalter ist bundesweit von 40,0 auf 44,2 Jahre gestiegen – in
Hamburg liegt der Schnitt bei 42,3

Christian Ponzel/GDV, Berlin

Steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen treiben das Durchschnittsalter in Deutschland immer weiter nach oben. Die Bevölkerung ist innerhalb von zwei Jahrzehnten um 4,2 Jahre gealtert. Das Durchschnittsalter beträgt inzwischen 44,2 Lenze. Das zeigt eine exklusive Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis der Bevölkerungsdaten des Statistischen Bundesamtes für 2015.
Wegen der Zu- und Abwanderung von Menschen altern die Bundesländer aber unterschiedlich stark, wie auch Schleswig-Holstein und Hamburg zeigen. Während der Stadtstaat mit einem Plus von 1,3 Jahren seit 1995 den geringsten Anstieg des Durchschnittsalters aufweist, liegt die Alterung in Schleswig-Holstein mit 4,4 Jahren über dem Bundesschnitt. Gleiches gilt für das Durchschnittsalter: Es ist mit 42,3 Jahren in Hamburg am niedrigsten, Schleswig-Holstein liegt mit 44,9 Jahren über dem Bundesschnitt. Dies ist zugleich der zweithöchste Wert in den alten Bundesländern. Der Wert für Niedersachsen: 44,3.
Insgesamt ist die Differenz zwischen ältestem und jüngstem Bundesland seit 1995 von 3,6 auf 5,1 Jahre angewachsen. Die Binnenwanderung führt aber auch in Schleswig-Holstein dazu, dass das Altersgefälle immer weiter zunimmt. Es stieg seit 1995 um drei auf 5,9 Jahre. Kiel als jüngster Stadt- oder Landkreis kommt auf nur 41,8 Jahre, Ostholstein zählt als ältester schon 47,7 Lenze.

Hohe Zuwanderung wirkt wie eine Verjüngungskur

Im Vorjahr geriet der Alterungsprozess auch aufgrund der Zuwanderung insgesamt jedoch ein wenig ins Stocken. Sowohl bundesweit als auch in Hamburg sank das Durchschnittsalter um 0,1 Jahre. Für Deutschland war es der erste Rückgang seit der Wiedervereinigung überhaupt.
In Schleswig-Holstein blieb der Altersschnitt zwar unverändert, einige Regionen erlebten dennoch eine Verjüngung.
Langfristig ist der Alterungsprozess jedoch nicht aufzuhalten. Laut jüngster Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird das Durchschnittsalter in Deutschland bis 2060 auf 47,6 bis 50,6 Jahre steigen – abhängig davon, wie sich Zuwanderung und Geburtenrate weiter entwickeln. Zum Vergleich: 1990 waren die Menschen hierzulande noch durchschnittlich 39,3 Jahre alt, 1970 gar erst rund 36,2 Jahre.
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