Hakverdi und Kahrs gewinnen Wahlkreise

Jubel sieht anders aus. Auf der CDU-Wahlparty im Landhaus Jägerhof verfolgten Brit-Meike Fischer-Pin, Uwe Schneider, Ralf-Dieter Fischer und Rainer Bliefernicht die erste Hochrechnung. Foto: zand-vakili

Bundestagswahl: AfD-Hochburgen in Langenbek und Neugraben-Fischbek –
auf der Veddel ist die Linke vorn

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd

Diese Bundestagswahl hat das Land durchgerüttelt. Mit der AfD ist erstmals seit den 1950er-Jahren wieder eine rechtspopulistische Partei im Bundestag vertreten. CDU und SPD kommen zusammen (!) gerade noch auf 53 Prozent der Stimmen. Im Wahlkreis Harburg/Wilhelmsburg/Bergedorf blieb die Überraschung aus. Der Wilhelmsburger Rechtsanwalt Metin Hakverdi (SPD) gewann das Direktmandat mit 34,8 % (2013: 40,4). Konkurrentin Herlind Gundelach (CDU) war chancenlos. Die ehemalige Senatorin steht jetzt vor dem Ende einer langen politischen Laufbahn. Auch der Wahlkreis Mitte, zu dem Finkenwerder, Wilhelmsburg und Veddel gehören, ging – wie immer – an die SPD. Johannes Kahrs hatte mit 30,9 % (2013: 39,2 %) deutlich die Nase vorn.
Der Heimfelder Manuel Sarrazin schaffte über die Landesliste der Grünen wieder den Einzug in den Bundestag.
Die AfD hat ihre Hochburgen im Hamburger Süden in den Bereichen, in denen über Flüchtlingsunterkünfte gestritten wurde: 16,1 % in Neugraben-Fischbek, 15,6 % in Hausbruch, 14,2 % in Langenbek oder 13,4 % in Wilstorf.
Hamburgweit kam die AfD auf 7,9 %. Die wenigsten Stimmen holten die Rechtspopulisten in der Sternschanze (2,3 %), die meisten in Billbrook (27,6%).
Die Linke erreichte in Altenwerder stolze 24 %, auf der Veddel sogar 26,8 %. Die leidgeprüften Sozialdemokraten fuhren im Hamburger Süden ihren Spitzenwert in Wilhelmsburg (29,8 %) und Wilstorf ein (28,9 %). Nicht einmal wurde die 30-Prozent-Grenze geknackt.
Die CDU kam in Francop – hier lag die Wahlbeteiligung bei rekordverdächtigen 82,8 % – auf 48,4 Prozent, den höchs- ten Wert im Bezirk.


Bundestagswahl

BundWahlbeteiligung: 76,2
SPD: 20,5
CDU: 33,0
Grüne: 8,9
Linke: 9,2
FDP: 10,7
AfD: 12,6

So wählte Hamburg
(Zweitstimmen)
Wahlbeteiligung: 75,9
SPD: 23,6
CDU: 27,2
Grüne: 13,9
Linke: 12,2
FDP: 10,8
AfD: 7,9

Stadtteilergebnisse (Zweitstimmen in Prozent)
VeddelWahlbeteiligung: 64,7
SPD: 23,5
CDU: 10,5
Grüne: 15,2
Linke: 26,8
FDP: 3,5
AfD: 6,3

Wilhelmsburg
Wahlbeteiligung: 75,6
SPD: 29,8
CDU: 24,5
Grüne: 10,8
Linke: 11,8
FDP: 7,3
AfD: 10,0

Finkenwerder/Waltershof
Wahlbeteiligung: 64,7
SPD: 23,5
CDU: 10,5
Grüne: 15,2
Linke: 26,8
FDP: 3,5
AfD: 10,0

Harburg (Kerngebiet)
Wahlbeteiligung: 64,0
SPD: 25,7
CDU: 18,6
Grüne: 13,2
Linke: 15,8
FDP: 7,2
AfD: 11,8

Neuland/Gut Moor
Wahlbeteiligung: 73,2
SPD: 28,2
CDU: 27,8
Grüne: 7,0
Linke: 8,2
FDP: 11,3
AfD: 11,9

Wilstorf
Wahlbeteiligung: 66,0
SPD: 28,9
CDU: 23,6
Grüne: 9,2
Linke: 12,7
FDP: 6,9
AfD: 13,4
Rönneburg
Wahlbeteiligung: 77,6
SPD: 24,2
CDU: 29,9
Grüne: 10,3
Linke: 10,7
FDP: 8,8
AfD: 12,5

Langenbek
Wahlbeteiligung: 74,8
SPD: 28,6
CDU: 25,2
Grüne: 10,1
Linke: 10,8
FDP: 7,7
AfD: 14,2

Sinstorf
Wahlbeteiligung: 76,3
SPD: 27,4
CDU: 28,1
Grüne: 11,7
Linke: 7,7
FDP: 8,5
AfD: 13,0

Marmstorf
Wahlbeteiligung: 79,3
SPD: 26,5
CDU: 27,2
Grüne: 11,2
Linke: 9,8
FDP: 10,4
AfD: 11,1

Eißendorf
Wahlbeteiligung: 73,0
SPD: 25,7
CDU: 26,1
Grüne: 10,7
Linke: 11,2
FDP: 8,6
AfD: 12,7

Heimfeld
Wahlbeteiligung: 69,8
SPD: 25,4
CDU: 22,3
Grüne: 13,7
Linke: 14,4
FDP: 8,3
AfD: 9,9

Altenwerder/Moorburg
Wahlbeteiligung: 79,2
SPD: 19,8
CDU: 22,1
Grüne: 10,4
Linke: 24,0
FDP: 6,2
AfD: 10,7

Hausbruch
Wahlbeteiligung: 64,6
SPD: 25,9
CDU: 26,5
Grüne: 8,6
Linke: 10,1
FDP: 8,7
AfD: 15,6

Neugraben-Fischbek
Wahlbeteiligung: 69,1
SPD: 26,2
CDU: 25,4
Grüne: 9,3
Linke: 10,4
FDP: 8,3
AfD: 16,1

Francop
Wahlbeteiligung: 82,8
SPD: 16,6
CDU: 48,4
Grüne: 7,7
Linke: 4,2
FDP: 11,3
AfD: 9,2

Neuenfelde
Wahlbeteiligung: 76,1
SPD: 23,9
CDU: 33,3
Grüne: 6,1
Linke: 9,0
FDP: 11,5
AfD: 9,3

Cranz
Wahlbeteiligung: 73,6
SPD: 25,9
CDU: 25,5
Grüne: 13,5
Linke: 7,3
FDP: 11,6
AfD: 12,0
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