„Habe immer an das Viertel geglaubt“

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Jutta Lindberg hat eine große Affinität zur Kunst. Ihr gefallen besonders die deutschen Expressionisten, allen voran die Werke von Max Beckmann, auf regionaler Ebene die Bilder des Harburger Künstlers René Havekost. Foto: Möhle

Menschen aus dem SeeveViertel: In Teil 3 der Wochenblatt-Serie stellen wir Jutta Lindberg, Kulturpolitikerin der FDP, vor

Von Almut Möhle. Um es gleich vorweg zu sagen: Jutta Lindberg wohnt nicht im SeeveViertel, kennt sich hier aber bestens aus. Sie war mehr als 18 Jahre geschäftsführende Gesellschafterin der ehemaligen Therme am Harburger Ring. Mit ihrer Familie zog sie 1981 nach Harburg.
„Ich habe immer an dieses Viertel geglaubt. Es steckt so viel Potenzial darin.“ Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Gastronomie und Kultur genießen – das SeeveViertel hat etwas zu bieten und alles liegt dicht beieinander. „Hier wirkt Harburg sehr städtisch“, sagt die Heimfelderin. Die FDP-Politikerin ist Mitglied im Kulturausschuss der Harburger Bezirksversammlung, dessen Vorsitzende sie von 2008 bis 2011 war.
Für Kunst, vor allem für die Malerei, hat sie ein Faible. Man könne die betongraue Galerie-ebene des großen Gebäudes in der Seevepassage besser nutzen und Akzente setzen, findet sie. „Cafés mit bunten Sonnenschirmen im Sommer wären doch was.“ Auch der Studentenwohnanlage käme eine attraktivere Fassade zugute. Als architektonisch und städtebaulich überaus gelungen lobt Jutta Lindberg dagegen den Gloria-Tunnel, der die Lüneburger Straße mit der Seevepassage verbindet.
Dass mit den 14 im SeeveViertel verlegten Stolpersteinen an die Opfer des NS-Regimes erinnert wird, die hier ihr Zuhause hatten, findet sie wichtig.
Für Jutta Lindberg ist das SeeveViertel ein idealer Ausgangspunkt, um die Sammlung Fal-ckenberg in den Phoenix-Hallen, den Harburger Stadtpark, das Helms-Museum oder den Alten Friedhof zu erkunden.
Die passionierte Seglerin nutzt gerne die Einkaufsmöglichkeiten im SeeveViertel, besucht ab und an das Kino oder kulturelle Veranstaltungen im Rieckhof. Ihr Enkelkind sieht sie leider viel zu selten, da ihr Sohn (35) mit seiner Familie in Accra, der Hauptstadt Ghanas, lebt.

SeeveViertel
Kennen Sie das „SeeveViertel“? So heißt seit 1984 der Bereich zwischen Buxtehuder Straße, Moorstraße und Harburger Ring. In der Öffentlichkeit hat sich diese Bezeichnung nicht durchgesetzt. Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen möchte mithelfen, dass aus dem SeeveViertel ein lebendiges Quartier wird. „Das Viertel ist längst nicht so schlecht, wie es gemacht wird“, urteilt Hansen und schwärmt von den vielen kleinen Läden und den netten Menschen. Wer sich selbst davon überzeugen möchte: Am 13. Mai bietet Jörn Hansen einen kostenlosen zweistündigen Rundgang durch das SeeveViertel an. Los geht’s um 10 Uhr.
Auch ein „Fünf-Kneipen-Festival“ ist in Vorbereitung. Mit handgemachter Musik und freiem Eintritt. Termin: Sonnabend, 14. Juni. Mit dabei sind das Central, MyToro, Bla Bla, die Stumpfe Ecke und die Rieckhof-Kneipe. OZ
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