Grünes Licht für den Kletterpark?

Heinrich Schabert kalkuliert, dass jährlich zwischen 25.000 und 30.000 Besucher in den Heimfelder Kletterpark kommen würden. Foto: pr

Im Heimfelder Wald soll ein Hochseilgarten entstehen – Investor hat Antrag beim Bezirk eingereicht

Olaf Zimmermann, Harburg

Am Kiekeberg gibt es bereits einen Hochseilgarten, in Wilhelmsburg eine moderne Kletterhalle. Jetzt soll in der Heimfelder Kuhtrift ein weiterer Hochseilgarten entstehen. Die ImmoForst OHG von Heinrich Schabert möchte in ihrem Heimfelder Wald zusammen mit der Höhenweg GmbH (Schneverdingen) und der Torsten Hedinger GbR einen Kletterpark errichten. Die Unterlagen sind beim Bezirksamt eingereicht. „Wir rechnen mit der endgültigen Baugenehmigung für den Spätsommer“, sagt Heinrich Schabert. „Die Zimmermannsarbeiten könnten im Winterhalbjahr 2017/2018 durchgeführt werden.“ Die Eröffnung des Hochseilgartens ist für das Frühjahr 2018 angepeilt.

Was genau ist geplant?
„Es sind im Erwachsenenbereich etwa 165 Kletterelemente geplant. Für den Kinderbereich sind 30 niedrige Kletterpodeste ins Auge gefasst, für den pädagogischen Hochseilgarten - dieser Bereich ist für Schulen, Gruppen und Firmen gedacht - sind etwa 30 Kletterstationen vorgesehen“, erläutert ImmoForst-Chef Schabert.Außerdem sollen eine Seilbahn (Flying Fox) mit 800 Metern Länge sowie eine Flyline, eine Hängeseilbahn auf Schienen mit Kurven und einer Länge von 600 Metern, entstehen. Daneben werden Parkplätze, Umkleide- und Aufenthaltsräume, Toiletten und eventuell eine kleine Gastronomie benötigt. Insgesamt wollen Schabert und seine beiden Mitstreiter zwischen 800.000 und 1.000.000 Euro investieren. Kalkuliert wird mit 25.000 bis 30.000 Besuchern pro Jahr.

Muss für die geplante Anlage Wald abgeholzt werden?
Schabert: „Nach den heutigen Erkenntnissen müssen wegen dem Bau dieses Kletterparks/Hochseilgartens keine gesunden Bäume entnommen werden. Sollte es in der Bauphase zu Baumfällungen kommen, so geschieht dies im Zuge von gesetzlich vorgeschriebenen Verkehrssicherungsmaßnahmen zum Schutze und Schadensabwehr der Waldspaziergänger.“

Ist so ein Hochseilgarten in der Kuhtrift überhaupt erlaubt?
Bereits 2008 sollte in der Kuhtrift ein Kletterpark entstehen. Der Bezirk Harburg war mit einem Investor im Gespräch, der einen Kletterpark samt Aussichtsturm bauen wollte. Damals lehnte die Wirtschaftsbehörde (!) das Projekt ab. Durch die erwartete Besucherzahl würde die Umwelt erheblich beeinträchtigt. Inzwischen gehört das Gelände nicht mehr dem Bund. Im Dezember 2012 wurden rund 47 Hektar der Gemarkung „Vahrendorfer Forst“ von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an die Firma ImmoForst OHG verkauft. Für die Umsetzung des Klettergarten-Projekts ist nach wie vor die Zustimmung der Wirtschaftsbehörde erforderlich. Dort wird, ebenso wie in der Umweltbehörde, bis zum 7. August eine Stellungnahme erarbeitet.

Was sagt die Harburger Politik?
CDU und Grüne signalisieren Zustimmung, nicht so SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath: „Wir kennen keine Unterlagen. Die Verwaltung hat uns die Pläne bislang nicht vorgestellt.“

Noch offene Frage
Wie sollen die Besucher zum Heimfelder Kletterpark kommen? Mit dem Auto über die Heimfelder Straße? Hier klagen Anwohner schon jetzt über zu viel Verkehr. Eine Anbindung des Hochseilgarten an den ÖPNV ist im Gespräch.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.