Goethe und Harburg

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Ja, lieber Leser, Goethe und Harburg.
Unglücklicherweise kann der Flaneur Goethe nicht leiden, Harburg dagegen sehr.
Was war Goethe wichtig?
Ihm war wichtig ein „von“ zu sein: Johann Wolfgang VON Goethe.
Ihm war wichtig eine Respektperson zu sein, ein „Geheimrat“.
Ihm waren die Leiden seiner Frau, Christiane (seines „Bettschatzes“, wie er sie verächtlich nannte) nicht wichtig. Als sie wochenlang im Sterben lag, hat er sie kein einziges Mal (ich wiederhole „kein einziges Mal“) besucht! Der Anblick des Todes war ihm zuwider, der Zimperling.
Weil zwei große Dichter, Kleist und Hölderlin, ein unstetes Leben führten – sie waren alles andere als Geheimräte – hat er sie missachtet. Wahrscheinlich fühlte er sich von ihnen in seiner Lebenslüge bedroht.
Auf dem Geld vom Verkauf seiner Werke hat er peinlichst geachtet. Das Leben eines Geheimrates will finanziert werden!
Im Alter wurde er unmäßig dick. Also konnte er sich bei Tisch nicht beherrschen.
Der Flaneur leugnet keinen Augenblick, dass Goethe gute Gedichte geschrieben hat. „Gewiß, ich wäre schon so ferne ferne …“ gehört zu seinen Lieblingsgedichten überhaupt.
Aber als Mensch – unausstehlich.
Harburg? Harburg ist genau das Gegenteil. Goethe wird als großer Dichter gehandelt und war ein mieser Mensch.
Harburg wird als mieser Stadtteil gehandelt. Und ist auf dem Weg, ein ganz toller zu werden.
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