Gemeinsam nähen und Deutsch lernen

Ursula Steuler lädt ausländische Frauen zu gemeinsamen Handarbeiten ins Stoffdeck ein. Foto: as

Projekt Fadenspiele im Stoffdeck sucht Teilnehmer.

Von Anna Sosnowski. Nähmaschinen rattern, auf den großen Tischen liegen Stoffe, Schnitte und Garne: Im Stoffdeck, einem sogenannten Co-Workingspace Am Veringhof 13, mieten sich Schneider und Designer stundenweise ein und arbeiten an ihren Entwürfen. Dabei können sie die voll ausgestattete Nähwerkstatt und Siebdruckerei nutzen. Ein guter Ort für ihr Nähprojekt „Fadenspiele international“, dachte sich Ursula Steuler. Die Künstlerin und ehemalige Deutschlehrerin lädt nun Frauen mit und ohne Migrationshintergrund zum gemeinsamen Nähen, Stricken, Häkeln und Sticken ein. Ziel des Projektes ist, dass die ausländischen Teilnehmerinnen durch den Austausch während der Handarbeiten ihre Deutschkenntnisse verbessern.
„Das Schöne dabei ist, dass die Frauen zeigen was sie können und dass nicht ein Defizit, nämlich die schlechten Deutschkenntnisse, im Vordergrund steht“, sagt Steuler. Sie hat viele Jahre lang ähnliche Projekte in Mannheim veranstaltet und dabei gute Erfahrungen gesammelt. Besonders beeindruckend findet sie die kunstvollen Handarbeiten und verschiedenen Techniken, die die Frauen aus ihren Heimatländern mitbringen. Steuler will den Teilnehmerinnen helfen, diese alten Techniken einzusetzen, um moderne Mode zu entwerfen. „Man kann mit anderen Farben arbeiten, zum Beispiel Häkeldeckchen in Quietschepink herstellen“, sagt die Künstlerin. Mit den Häkelarbeiten könnten anschließend Kleidungsstücke verfeinert werden.
Langfristiges Ziel des Projektes ist, die entstandene Mode zu verkaufen und den Frauen so ein Einkommen zu verschaffen. „Ich kann mir Kooperationen mit Läden vorstellen“, sagt Steuler. Sie will Stoffe und Materialien aus ihrem Fundus mitbringen. Außerdem kann das Projekt auf die Kleiderkammer, die sich im selben Gebäude wie das Stoffdeck befindet, zurückgreifen.
„Fadenspiele International“ wird von der Homann-Stiftung gefördert und soll vorerst ein halbes Jahr lang laufen. Die Gruppe von rund zehn Frauen trifft sich immer dienstags von 9 bis 12 Uhr. Los geht es am 28. Oktober, noch gibt es freie Plätze. Die Teilnahme ist kostenlos, Interessierte können einfach vorbeikommen. Alle entstandenen Arbeiten werden am Ende des Projektes unter anderem im
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Ursula Steuler aus Altona | 27.10.2014 | 19:13  
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