Feucht ist nicht immer fröhlich

Ein regelmäßiger Austausch verbrauchter Luft ist wichtig, um das Risiko der Schimmelbildung im Wohnraum zu reduzieren. Foto: Velux Deutschland GmbH

Risiken mangelnder Lüftung werden von vielen Deutschen unterschätzt

Marion Klott, Hamburg

Bei der Frage nach den Folgen mangelnden Lüftens im Winter sind die Deutschen geteilter Meinung: 62 Prozent sehen das Hauptproblem in zu trockener Luft, 28 Prozent in zu feuchter Luft. Dies ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Kantar Emnid, die im Auftrag des Dachfensterherstellers Velux durchgeführt worden war.
Während trockene Luft zu Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit führen kann, kann die Feuchtigkeit in der Luft zusätzlich zu Schäden an der Gebäudesubstanz führen.
Sie entsteht beispielsweise durch Schwitzen, Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen. Jeder Mensch produziert so durchschnittlich bis zu vier Liter Wasser pro Tag, die an die Luft abgegeben werden. Wird diese Feuchtigkeit durch Lüften nicht abtransportiert, schlägt sie sich an kalten Stellen wie etwa Außenwänden nieder. Hier steigt daher das Risiko von Schimmelbildung.
Zudem hat über ein Viertel (27 Prozent) der Befragten gelegentlich Probleme mit Tau- oder Kondenswasser an seinem Fens-ter. Ein regelmäßiger Austausch der verbrauchten, feuchten Raumluft gegen frische Außenluft beugt dem vor.
Je nach Raum täglich
drei bis fünf Minuten lüften
Doch nicht nur die Feuchtigkeit ist ein Problem: Bei mangelnder Lüftung kann es durch Atmung und Ausdünstungen von Möbeln, Reinigungsmitteln und Zigaretten zu einer zu hohen Konzentration von CO₂ und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Haus kommen. Dann drohen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Allergien und Augenreizungen – ein Grund mehr, regelmäßig zu lüften.
Früher erfolgte durch undichte Fugen oder Ritzen auch bei geschlossenen Fenstern ein sozusagen unfreiwilliger Luftaustausch. Bei Neubauten und umfangreichen Modernisierungen ist dies heute meist nicht mehr der Fall, da Bauherren zur Vermeidung von Wärmeverlusten die Dämmung und damit auch die Dichtheit des Gebäudes optimieren. Experten empfehlen deshalb, je nach Wohnverhalten und Raum über den Tag verteilt drei bis fünf Mal zu lüften. Es liegt auf der Hand, dass dies beispielweise für Berufstätige kaum realisierbar ist.
Diese Herausforderung lässt sich mit automatisierten Fens-tern lösen. So gibt es etwa von Velux elektrische oder stromkostenneutral solarbetriebene Dachfenster, die sich zu vorher festgelegten Zeitpunkten von alleine öffnen und wieder schließen. Eine technisch noch ausgereiftere Lösung öffnet und schließt Fenster selbstständig bei Überschreiten von durch Sensoren ermittelten Luftfeuchtigkeits-Messwerten.
Manuell bedienbare Fassaden- und Dachfenster lassen sich meist zu automatisierten nachrüsten, wobei es in der Regel nicht notwendig ist, alle Fenster in Haus oder Wohnung umzurüsten. Für einen ausreichenden Luftwechsel reicht es in der Regel aus, wenn einige automatische Fenster über die Räume im Gebäude verteilt sind.
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