Fehlt im Hafen eine neue Grundschule?

Noch spielen Mario Kuschnerus und sein kleiner Sohn ganz entspannt auf dem Spielplatz auf der Schlossinsel. Wenn Moritz in drei Jahren zur Schule kommt, wird er wahrscheinlich ziemlich weit laufen müssen. Der Bau einer Grundschule im Hafen ist derzeit nicht vorgesehen. Foto: sl

Senat und Schulbehörde sagen Nein – 
Eltern besorgt über lange Schulwege ihrer Kinder

Sabine Langner, Harburg
Moritz sitzt in der Sandkiste, wo er mit seiner Schaufel am liebsten Berge baut. Zusammen mit seinen Eltern ist der Dreijährige 2016 aus dem Schanzenviertel in den Harburger Binnenhafen gezogen. „Eine prima Entscheidung,“ sagen Mario Kuschnerus und seine Frau. Es sei schön, hier zu wohnen. Allerdings trübt eine Frage die Freude über die neue Heimat: Noch geht Moritz in einen Kindergarten gleich um die Ecke. Aber was wird, wenn er in drei Jahren die Schule kommt? Die nächst gelegene Grundschule wäre die in der Kerschensteiner Straße. Das allein wäre schon ein weiter Weg zu Fuß.
Doch wegen umfangreicher Umbauarbeiten ist die „Kersche“ gerade für mindestens drei Jahre in die Baererstraße umgezogen. Der Weg in die Grundschule würde für Moritz damit noch weiter. Das brachte CDU-Abgeordnete Birgit Stöver, selber Mutter von drei Kindern, auf die Idee, über eine Grundschule im Binnenhafen nachzudenken.
Sie stellte eine Anfrage an den Hamburger Senat. „Der Senat muss dem erfreulichen Zuzug von jungen Familien mit Kindern in den Harburger Binnenhafen auch im Schulbereich Rechnung tragen“, fordert sie.
Aber macht eine eigene Schule im Binnenhafen überhaupt Sinn? Auf Anfrage teilte der Senat mit, im letzten Jahr wären es drei Erstklässler, in diesem Jahr gäbe es vier Erstklässler. Viel zu wenige, um ernsthaft über den Neubau einer Schule nachzudenken, befand der Senat und legte das Thema erst mal zu den Akten.
Doch die Zahlen des Senats sind anscheinend nicht aktuell. Vater Mario Kuschnerus: „Allein in unserer Kita sind in diesem Sommer 20 Kinder schulpflichtig geworden.“
Die Schulbehörde winkt beim Thema Schulneubau ebenfalls ab. „Für die Neugründung einer Grundschule sollten möglichst 2.400 bis 3.000 neue Wohneinheiten im Einzugsgebiet geschaffen werden,“ erläutert Claudia Pittelkow aus der Pressestelle der Schulbehörde. Erst dann könne man langfristig die optimale Schulgröße mit drei Parallelklassen schaffen.
Derzeit sind noch nicht so viele Wohnungen im Bau, aber der Hafen wächst. So vermeldete das Harburger Citymanagement kürzlich, dass in letzter Zeit 725 neue Wohnungen entstanden seien. 600 weitere Wohnungen seien in Planung, davon 171 schon im Bau.
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