Erfolg II

Kolumne: Dem Hamburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. „Ist das ein Mazda vor deiner Haustür? Wie pöbelig! Und die letzten Sommerferien verbrachtest du - wo war das mal? - auf einem Bauernhof im Schwarzwald?! Und diese Immobilie hier, in der du wohnst, gehört dir nicht? Sie ist nur angemietet? Mein Freund, du hast es zu nichts gebracht. Von Erfolg kann bei dir keine Rede sein.“ Wie brutal solche Abrechnungen sind! Wie grausam, wenn wir auf den Nachbarn gucken und über den Daumen peilen, ob er erfolgreich ist oder nicht. Vor allem, ob er’s zu mehr gebracht hat als wir. (Vor unserer Haustür parkt schließlich der ersehnte BMW!!)
Vielleicht sollen wir als Christen dieses Denken hinter uns lassen, es sei denn, wir wollen in einer ständigen Bewertung aller und jeder leben.
Lassen wir den da mit seinem Mazda und seinem Schwarzwaldurlaub, wenn es ihm Vergnügen macht oder dem Umfang seines Geldbeutels entspricht. Es gibt entspannterere Arten mit der Erfolgsfrage umzugehen.
„Erfolg im Leben zu haben bedeutet: Oft und viel zu lachen; die Zuneigung von Kindern zu gewinnen, Schönheit zu bewundern, in anderen das Beste zu finden, die Welt ein wenig besser zu verlassen, ob durch ein gesundes Kind, einen bestellten Garten oder einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Gesellschaft; zu wissen, dass wenigsten das Leben eines Menschen leichter war, weil du gelebt hast ...“
Mazda hin, Mazda her. Immobilie hin, Immobilie her. Es geht doch ums Wesentliche. Diese Stimme war die des amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson. Lässt es nicht leichter damit leben?
Und zuletzt eine deutsche: Werner Bergengruen. Für alle, die meinen, sie haben alles vermasselt und ihr Leben sei ein einziger Misserfolg. Seien Sie nicht zu voreilig. Vielleicht gibt es „Eine himmlische Rechenkunst“, in der sich Schmerz und Verlust als Gewinn und innerer Reichtum entpuppen:
„... allenthalben das Entbehrte wird dir mystisch zugelegt.
Liebt doch Gott die leeren Hände, und der Mangel wird Gewinn. Immerdar enthüllt das Ende sich als strahlender Beginn ...“
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