Ein Harburger Nazi

Kolumne: Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Seit langem war der Flaneur auf der Suche nach einem Nazi in Harburg.
Braune Gesellen, die Straßen auf und ab laufend und „Jude verrecke!“ rufend, sind ihm nicht über den Weg gelaufen.
Eine bisschen Fremdenfeindlichkeit hat er schon wahrgenommen. Als faschistisch wollte er die nicht bezeichnen.
Und dann tauchte Walter auf. Walter hat – sehr löblich – über die Redaktion an den Flaneur geschrieben, um ihm, etwas gestelzt, mitzuteilen, wie toll er die Samstagskolumne findet.
Ganz recht, Walter. Sollten mehr Leser machen.
Weil er ein weiches Herz hat, hat der Flaneur ihn zum Teetrinken eingeladen. Eine Gegeneinladung folgte.
Walter ist 80, sieht aber wie 70 aus. Die weißen Haare sind akkurat gescheitelt.
Der Flaneur roch keine Lunte, bis eines Tages, als Walter ihn besuchte und in Tönen der größten Bewunderung von Hitler zu reden anfing . Er habe eine unwiderstehliche Ausstrahlung gehabt. Sogar seine Generäle waren nicht dagegen gefeit. Und wie gut es uns Deutschen im Dritten Reich ging. (Walter vergaß, dass es den Juden, Sinti und Roma, Schwulen und Psychisch-Kranken nicht sonderlich gut ging.)
Kurz bevor er von Hitler als größtem Militärstrategen aller Zeiten anfangen konnte (wer hat denn den Krieg gewonnen? Hitler etwa?), hat der Flaneur ihn die Treppe heruntergeworfen.
Die braven Unscheinbaren sind die Gefährlichsten.
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