„Ein Geschenk des Himmels“

Elbcampus- Leiter Heinrich A. Rabeling begrüßt die Flüchtlinge zur Aktionswoche. Foto: pr

Bundesweit einzigartiger Lehrgang im Elbcampus in
Harburg zeigt, wie Flüchtlinge zur Energiewende beitragen können

Kim Ly Lam, Harburg

Hasan Dakka lässt sich durch nichts stören, als er an einem kleinen Modell eines Elektromotors schraubt. Der 33-Jährige will in den Werkstätten des Elbcampus zeigen, was er handwerklich drauf hat.
Damit ist er hier nicht alleine: Zwanzig weitere Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Iran, Irak und Afghanistan wollen im Rahmen der Aktionswoche Umwelt das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) überzeugen. Wer mit seinen Fähigkeiten besticht, darf im Februar den bundesweit einzigartigen Lehrgang „Technik – Umwelt – Deutsch“ beginnen. „In Syrien war ich Brandschutzingenieur. Ich denke, dass ich das gut mit dem Umweltbereich verknüpfen kann“, erklärt Dakka. „Ich schütze. Darin bin ich am besten.“
Gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat die Handwerkskammer Hamburg am Montag das Modellprojekt „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker – Kompetenzfeststellung und Weiterbildung für Flüchtlinge“ gestartet. Die Aktionswoche diente dazu, die Kompetenzen der Teilnehmer kennen zu lernen. In einem anschließenden fünfmonatigen Lehrgang könnten sie bald wertvolle Fach- und Sprachkenntnisse für die Umwelttechnik erlangen.
„Wir wollen die Teilnehmer fördern und ihr Potenzial schöpfen“, sagt Projektleiter Haiko Hörnicke. Viele Flüchtlinge hätten eine fachliche Vorbildung und sogar anerkannte Diplome. Auch Heinrich A. Rabeling, Geschäftsführer vom Elbcampus, freut sich: „Der Bereich der Umwelttechnik leidet unter einem Fachkräftemangel. Vorqualifizierte Flüchtlinge sind ein Geschenk des Himmels!“
Ziel des Projekts ist die Umsetzung der Energiewende in Verbindung mit der Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Für Letzteres wurden zahlreiche Umweltbildungsexperten und Berater geschult, um den interkulturellen Umgang mit den Flüchtlingen zu pflegen und Hürden wie Sprachbarrieren und fluchtbedingte Traumatisierungen zu meistern.
„Wir müssen eine gemeinsame Ebene für das gegenseitige Verständnis aufbauen. Daneben arbeiten wir auch an einem Netzwerk, von dem die Flüchtlinge profitieren sollen“, verrät Hörnicke. „Unser Personal berät sie und vermittelt besonders talentierte Teilnehmer an deutsche Unternehmen“. So hätten Stromnetz Hamburg GmbH und Stadtreinigung Hamburg bereits Interesse an Vorverträgen geäußert.
Das Modellprojekt wird von der DBU mit knapp 300.000 Euro gefördert. Ulrich Witte, Abteilungsleiter für Umweltkommunikation in der Stiftung, lobt: „Das ZEWU ist Pionier mit diesem Modellprojekt und damit auf der Höhe unserer Zeit. Dieses Programm hat eine Vorbildfunktion für ganz Deutschland.“
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