Die Wohnung als rauchfreie Zone

Ein Tipp: Statt eine Zigarette zu rauchen lieber mal eine Möhre essen. Foto: pr

Mit vielen Ratschlägen unterstützten die Experten
der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unsere Leser bei ihrem Vorhaben, ohne Zigarette auszukommen

Gaby Loke, Berlin/Hamburg

In der Wochenblatt-Telefonaktion beantworteten Fachleute der Berliner Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Leserfragen zum Thema „Wie kann schafft man es, mit dem Rauchen aufzuhören“.

Ich rauche vor allem bei Stress. Den kann ich nicht vermeiden, wenn ich aufhöre. Wie schaffe ich es trotzdem, den Rauch-Ausstieg durchzuhalten?
Vielleicht können Sie für den Ausstieg beruflich ruhigere Phasen nutzen? Wenn es die nicht gibt, dann sorgen Sie in der Anfangsphase so weit wie möglich für einen entspannten Alltag. Bauen Sie bewusst entspannende Momente ein: morgens vielleicht eine kleine Teezeremonie und einen Apfel statt Zigarette, mittags einen kurzen, flotten Spaziergang, zwischendurch tiefes Durchatmen, möglichst am geöffneten Fenster, abends ein warmes Wannenbad. Überlegen Sie für sich, was Ihnen Entspannung bringen kann und schreiben sie die Varianten auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Wie bereite ich mich auf meinen ersten Tag ohne Zigarette vor?
Machen Sie Ihre Wohnung zu einer rauchfreien Zone. Entsorgen Sie alle Utensilien, die Sie mit einer Zigarette verbinden, Aschenbecher, Feuerzeug usw. Sie können auch Ihre Kleidungsstücke, Gardinen und Kissenbezüge waschen, um sie vom Rauchgeruch zu befreien. Besorgen Sie reichlich Dinge, um Ihre Hände zu beschäftigen, etwa Murmeln oder einen Knetball. Überlegen Sie, wie Sie sich ablenken können. Kaufen Sie Kaugummis, zuckerfreie Bonbons oder Obst und Gemüse, das Ihnen schmeckt, denn in einem vollen Mund hat die Zigarette keinen Platz.

Liegt es nur am Essen, dass man zunimmt, wenn man nicht mehr raucht?
Tatsächlich essen die meisten Menschen während der Entwöhnung mehr als gewöhnlich. Die überschüssigen Kalorien werden als Fettdepots gespeichert. Zweitens fällt das Nikotin als Kalorien verbrennende Substanz weg. Es hatte bisher den Stoffwechsel künstlich beschleunigt. Normalisiert er sich wieder auf ein gesundes Niveau, werden nicht mehr so viele Kalorien benötigt.
So entsteht ein weiterer Überschuss. Und drittens hemmt Nikotin den Appetit. Wird es dem Körper nicht mehr zugeführt, kann es zu Heißhungerattacken kommen, die auch in der Energiebilanz zu Buche schlagen.
Ich höre viel von Entspannungstechniken, die einem in der ersten Nichtraucherzeit helfen sollen. Haben Sie ein Beispiel?
Sie können folgende Kurzentspannung üben: Setzen sie sich locker hin, spüren Sie Ihren Atem. Jetzt: Fäuste machen, Arme anspannen, Schultern hochziehen, Oberschenkel- und Gesäßmuskel anspannen, Stirn sowie Augenbrauen runzeln und die Zähne aufeinander beißen. Die Spannung kurz halten und anschließend wieder ganz locker lassen - bei jedem Ausatmen ein bisschen mehr, so dass die restliche Anspannung mehr und mehr entweicht. Nach einigen Wiederholungen wird Ihnen die Entspannung immer besser gelingen.

Beratung für Raucherentwöhnung
BZgA: Tel. 0800-8313131 (kostenlose Nummer)
Mo-Do. 10-22 Uhr,
Fr-So. 10-18 Uhr

Material
Rauchfrei-Start-Paket u.a. mit Info-Broschüre, Kalender für die ersten 100 Nichtraucher-Tage, Anti-Stress-Ball, Pfefferminzpastillen, kostenlos zu bestellen per E-Mail: order@bzga.de, per Post:
BZgA, 50819 Köln,
per Fax: 0221-8992257.
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