Die Turmbauer von der Hafenbahn

Spielen macht Laune: Betreuerin Nicky Stemmer baut mit Veddeler Kindern einen Turm aus Holzklötzen. Foto: cvs

Spielspaß mit den Falkenflitzern - einmal pro Woche macht das Spielmobil Station.

Von Christopher von Savigny. Unglaublich, was sich aus simplen Holzklötzchen für Türme bauen lassen! Rund eineinhalb Meter misst die etwas windschiefe Konstruktion, die die Kinder der Veddeler Flüchtlingsunterkunft An der Hafenbahn mit Klötzchen aus dem Falkenflitzer errichtet haben. Und als das Ungetüm schließlich in sich zusammenfällt, fangen sie begeistert wieder von vorne an. Macht das Laune!
Bis zu 55 Kinder und Jugendliche versammeln sich jeden Mittwochnachmittag zwischen den Häusern des Flüchtlingsheims, wenn der blaue Falkenflitzer im Innenhof Halt macht. Der mächtige 7,5-Tonner hat eine Vielzahl an Spielen und Sportgeräten an Bord. Hüpfburg, Stelzen, Einräder und Jonglierbälle gehören zum Inventar, mit dem sich die Kinder in den nächsten Stunden beschäftigen können. Spielen stärkt das Gemeinschaftsgefühl, schult das Verantwortungsbewusstsein und hilft Konflikte zu lösen, findet Nicky Stemmer, eine der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des Projekts.
Die Einwandererfamilien von der Veddel stammen aus Polen, Russland, China und vom Balkan – viele können wenig bis gar kein Deutsch. „Beim Spielen ergibt sich das Sprechen ganz von selbst“, hat Stemmer festgestellt. Und dann freut sie sich über den Erfolg, wenn Kinder nach wenigen Wochen schon wie selbstverständlich drauflosplappern.
Seit 1993 existiert das Spielmobil Falkenflitzer, ein Projekt des Vereins zur Förderung der Jugendarbeit, der in Wilhelmsburg zu Hause ist. Sieben Mal pro Woche fährt der Lkw verschiedene Unterkünfte in ganz Hamburg an. Auch bei Regen und Schlechtwetter: In seinem geräumigen Innenraum finden bis zu 20 Kinder Platz.
Sport und Bewegung gehören zu den Hauptangeboten des Projekts. Ab und zu gehen die Betreuer mit ihren Schützlingen ins Schwimmbad oder - im Winter - auf die Eisbahn. Während der Sommerferien werden mehrwöchige Ferienlager angeboten, meistens an der Nordsee. „Ich liebe den Falkenflitzer“, sagt Necat (11) aus Mazedonien, ein begeisteter Fußballer, der sich gerade ein Armband in den Farben seines Lieblingsvereins Real Madrid bastelt.
Das Angebot für die Flüchtlingskinder ist kostenlos, lediglich für mehrtägige Ausflüge und Ferienfahrten muss ein geringer Beitrag entrichtet werden. Unterstützt wird der Falkenflitzer von der Sozialbehörde und vom Jugendamt des Bezirks Mitte.
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