Die Suche nach gestohlenen Liebhaberstücken

Dieses Liegerad ist schon 2008 im Moers gestohlen worden. Foto: pr

Olaf Schultz fahndet im Internet nach geklauten Liegerädern

Von Jan Paulo.
Liegeräder sind nicht nur teuer, meistens steckt auch viel Arbeit und Liebe in den Fahrrädern mit den zurück geneigten Sitzen und vorn angebrachten Pedalen. Umso tragischer ist es, wenn einem solch ein Liebhaberstück gestohlen wird, denn wie jeder weiß, tauchen gestohlene Fahrräder nur selten wieder auf.
Genau das versucht Olaf Schultz aus Eißendorf zu ändern. „Die Datenbanken der Polizei können die komplizierte Beschreibung der Liegeräder nicht erfassen“, erklärt er. Auf
seiner Internetseite mit der etwas sperrigen Adresse www.enhydralutris.de kann aber jeder mit Bild, technischen Details und Kontaktdaten nach seinem gestohlenen Fahrzeug fahnden. Über 100 Fahrzeuge aus ganz Deutschland sind dort registriert und veröffentlicht. „Wem ein gebrauchtes Liegerad angeboten wird, ob Händler oder Endkunde, sollte hier ruhig einmal nachschauen, bevor er zugreift“, empfiehlt Schultz.
Wie viele davon sich zwischenzeitlich wieder angefunden haben, kann der 44-Jährige allerdings nicht sagen, da es nur wenig Rückmeldungen gebe.
Sein eigenes, größtenteils selbstgebautes Liegerad, mit dem der Maschinenbau-Ingenieur 1996 den Fahndungsdienst startete, hat sich zumindest wieder angefunden. „Sieben Jahre später erkannte jemand mein Rad auf einem Auktionsportal im Internet wieder“, erzählt Schultz. „Der Anbieter behauptete, er habe es auf einem Schrottplatz in Fulda gefunden.“ Dafür, ob diese Aussage stimmt, interessiert sich Schultz nicht. „Hauptsache, das Rad ist wieder da“, meint er.
Das selbstgebaute Rad hat Schultz übrigens wie die Internetseite „Enhydra Lutris“ nach der lateinischen Bezeichnung für den Meerotter genannt. „Es fährt so stabil, dass ich wie ein Meerotter auf dem Bauch Muscheln knacken könnte“, erklärt er.
Auf www.enhydralutris.de gibt es übrigens auch jede menge Tipps zum Selberbauen von Liegerädern. Für gestohlene „normale“ Fahrräder gibt es übrigens eine entsprechende Internetplattform: www.fahrrad-gestohlen.de
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