Die Schöpferin der „Kinderpyramide“

Uta Falter-Baumgarten mit ihrer siebjährigen Dackelhündin Alli. „Ursprünglich hieß sie Walli. Aber der Name passte einfach nicht zu ihr. Da habe ich den ersten Buchstaben ihres Namens einfach weggelassen.“ Foto: ki

Atelierbesuch bei Uta Falter-Baumgarten (90) in Heimfeld.

Interview: Karin Istel. Die Kinder haben wirklich Spaß beim Spielen: Ganz mutig haben sich drei von ihnen zu einer Pyramide aufgestellt, während das vierte Mädchen den ein wenig wackligen Turm auf ihren Schultern balanciert. Die „Kinderpyramide“ kennt jeder, der in der Harburger Fußgängerzone unterwegs ist. Doch wer hat sie gemacht? Die Bildhauerin Uta Falter-Baumgarten, die noch heute in ihrem Heimfelder Elternhaus wohnt. Das Elbe Wochenblatt hat die agile 90-Jährige dort besucht.
Frau Falter-Baumgarten, wie geht es Ihnen?
Falter-Baumgarten: Danke, sehr gut! Ich habe Mitte Juni meinen 90. Geburtstag im Kreis meiner Familie und Freunde gefeiert. Ich habe ein tätiges Leben. Das ist ein Geschenk. Da bleibt man lebendig. Ein Leben ohne Arbeit kann ich mir nicht vorstellen. Mir geht so viel durch den Kopf. Ich könnte auch noch 100 Jahre weiter arbeiten.
Wie sind Sie Künstlerin geworden?
Ich komme aus einer kunstbegeisterten Familie. Deshalb durfte ich schon mit 16 Jahren an die Hanische Hochschule für bildende Künste gehen. Dort studierte ich bei Professor Johann Bossard in der Bildhauerklasse. Dann belegte ich an der Staatlichen Kunstgewerbeschule grafische Gestaltung bei Carl Otto Czeschka. Anschließend ging ich nach Dresden.
1945 haben Sie geheiratet.
Karl Falter war Rittmeister. Zwei Jahre später wurde unsere Tochter geboren, 1951 und 1960 die Söhne. Von 1947 bis 1949 lebten wir im Odenwald. Dort habe ich Gebrauchsgeschirr entworfen und de-
signed. Schließlich zogen wir nach Harburg, wo ich in der Tierarztpraxis meines Mannes mitarbeitete und mich um die Familie kümmerte. 1964 richtete ich im ehemaligen Pferdestall meine Bildhauerwerkstatt samt Brennofen ein.
Was haben Sie dort geschaffen?
Schwerpunktmäßig Skulpturen, vor allem im Bronzeguss, so auch die „Kinderpyramide“ in der Lüneburger Straße. Aber auch baukeramische Wandgestaltungen, beispielsweise der Innenhof des Ärztehauses Harburg in der Bremer Straße. Auch das Lesepult „Petrus“ in der Heimfelder Kirche St. Petrus stammt von mir.
2013 bekamen Sie die Biermann-Ratjen-Medaille.
Ja, sie wurde mir von Kultursenatorin Barbara Kisseler verliehen. Das hat mich sehr gefreut.
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