Die Linnen-Bleiche von Harburg

Harburg historisch: Hier sieht man einen Teil der eichenen Wasserleitung, die zum Schlossbrunnen führt und angeblich an Harburgs Stadtrand ihren Anfang nahm und als Relikt unterirdisch offenbar immer noch nimmt. Foto: Kuchenbuch

Neue Serie über Harburger Geschichte, Teil 3.

Von Georg Kuchenbuch.
Auf einem Plan von Harburg aus dem Jahre 1740 ist eine Linnen-Bleiche zu erkennen (Der Plan wurde in Teil 2 der Serie abgedruckt). Was bedeutet das? Die Linnen- oder Rasenbleiche ist ein sehr altes Verfahren, das schon 1785 fabrikmäßig nach einer Vorbehandlung mit Chemikalien ausgeübt wurde. Es war erforderlich, da besonders Leinen sehr schmutzanfällig ist und an Synthetik noch keiner dachte.
Für Gewebe-Manufakturen war es nur eine Übergangszeit – später wurde chemisch gebleicht. Vielleicht kann sich der Eine und Andere noch an die Wasch- und Trockenprozeduren seiner Großmutter erinnern, bei der die Leinenlaken zum Trocken und zugleich zum Bleichen in der Sonne hängen mussten.
Doch was macht ein Wasser-Reservoir bei der Linnen-Bleiche, dort wo die Wasserleitung, gemäß Linie im Plan, ihren Anfang nahm? Sauberes Wasser brauchte man damals bekannterweise an der Wachs-Bleiche.
Die Produktion schon vor 500 Jahren und früher von Wachskerzen vollzog sich in einem besonderen Arbeitsgang, der die Herstellung weißer Kerzen für Kirchen und Friedhofs-Kapellen etc. verlangte.
Das Grundmaterial bestand aus gelbem Bienenwachs. Da die europäische Wachsproduktion nicht ausreichte, musste damals schon Wachs aus dem Ausland importiert werden. Durch Umschmelzen wurde mit sauberem Wasser und Alaun wie auch Weinstein das Wachs gereinigt und auf Rasenflächen in kleinen Platten oder Scheiben zum Bleichen in der Sonne ausgelegt. Manufakturen, die solche Arbeiten insgesamt durchführten, nannten sich damals „Wachsbleichen“.
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