Die längste Eisenbahnstrecke der Welt

Die Kul-Scharif-Moschee in Kasan, einem der Spielorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Foto: christian kolb

9.288 Kilometer lang ist die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis nach Wladiwostok

Christian Kolb, St. Petersburg
Ein guter Ausgangspunkt für jede Russlandreise ist St. Petersburg. Sehenswert ist die Peter-und-Paul-Festung aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Festungsanlage auf einer Insel im Fluss Newa gilt als historisches Zentrum der von Peter dem Großen gegründeten Stadt.

Sehenswertes Bernstein-Zimmer

Im Stadtzentrum besucht man die orthodoxe Auferstehungskirche und dem weitläufigen Schlossplatz. An diesem liegt das barocke Winterpalais mit der Kunstsammlung Eremitage. Fußballfans können im Norden der wie auf dem Reißbrett geplanten Stadt das Krestowki-Stadion besuchen. Größte Sehenswürdigkeit im Umland ist der barocke Katharinenpalast 25 Kilometer südlich von St. Petersburg. Im Palast ist eine Nachbildung des legendären Bernsteinzimmers ausgestellt. Eindrucksvoll ist auch der mit Gold und Spiegeln verzierte Ballsaal, der einst von rund 700 Kerzen erleuchtet wurde. Am Abend lohnt sich eine Bootsfahrt durch St. Petersburg. Am Ufer sieht man die hell erleuchteten Fassaden der historischen Stadt. Von St. Petersburg gelangt man in rund vier Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug „Sabsan“ nach Moskau.
Im Vorfeld der Weltmeisterschaft hat die Stadt Moskau mit umfangreichen Baumaßnahmen begonnen. Doch mit der Metro gelangt man schnell von einem Ort zum anderen. Stalin, Lenin und Putin – Darsteller der Politiker stehen in einer der palastartigen Metrostationen und warten auf Touristen, die sich mit ihnen fotografieren lassen wollen. Nicht weit entfernt residiert im Kreml der echte Präsident des Landes. Bei einer Besichtigung der von einer zwei Kilometer langen, zinnengekrönten Mauer umgebenen Festung sieht man eine Kanone mit Kaliber 890 mm. Daneben steht die 200 Tonnen schwere Zaren-Glocke. Ins Auge fallen der Erlöserturm, ein Wahrzeichen der Stadt, und der Nikolaus-Turm. Im Süden des Roten Platzes liegt die von Iwan dem Schrecklichen erbaute Basilius Kathedrale.
Bereits angelaufen sind die WM-Vorbereitungen der russischen Staatsbahn. Diese hofft auf mehr als 2,6 Millionen zusätzliche Fahrgäste im WM-Jahr 2018. Auf die Fußballfans wartet ein besonderes Angebot. Sie können mit von der Regierung bezahlten WM-Tickets kostenlos zwischen den Spielorten hin- und herpendeln.

Russland auf Schienen

Die Transsibirische Eisenbahn durchzieht das ganze Land über mehr als 9.000 Kilometer und ist für Reisende und Fracht als Hauptverkehrsachse auch in der heutigen Zeit unverzichtbar. Reiseleiter Anatolij Dolgov von Lernidee Erlebnisreisen begleitet seine Gäste auch im Zarengold-Sonderzug. Mit Wodka-Proben, Sprachkurs und Informationen zu Land und Leuten macht er die Reise zu einem Erlebnis. Während Wälder, Städte und Dörfer am Rand der Strecke vorbeiziehen, fährt der Zug immer weiter nach Osten.
Ein sehenswerter Halt ist die Universitätsstadt Kasan. Die Hauptstadt der autonomen Republik Tatarstan blickt auf 1.000 Jahre bewegter Geschichte zurück. Im Kreml von Kasan fällt ein aus roten Ziegeln gebauter, schiefer Turm ins Auge. Bereits fertiggestellt ist das WM-Stadion „Kasan Arena“ in Form einer Wasserlilie. In der lebhaften Fußgängerzone der Innenstadt pulsiert das Leben. Die Fahrt geht weiter bis in die Hauptstadt des Urals.

Das moderne Jekaterinenburg

Zar Nikolaus II. verbrachte seine letzten Stunden in Jekaterinburg. Dort wurde er mit seiner Familie in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 ermordet. Die an gleicher Stelle erbaute „Kathedrale auf dem Blut“ ist Wallfahrtsort für Anhänger der russischen Monarchie. Heute ist die Stadt auf dem Weg in die postindustrielle Zeit, so Bürgermeister Evgenij Rojsman. Touristen können nicht nur einen der Obelisken an der Grenze der Kontinente sehen, sondern auch das Boris Jelzin Zentrum besuchen. Das moderne Museum erzählt vom Leben des Politikers – größtenteils in russischer Sprache. Aus den 90er-Jahren stammt auch der morbide Mafia-Friedhof am Rande der Stadt. Grabsteine mit eingravierten Boxszenen, Autoschlüsseln und den Bildern der Verstorbenen erinnern an diese Zeit. Besuchen kann man zudem eine Gedenkstätte für die Opfer des Stalinregimes. Das Stadion der Stadt ist derzeit noch im Bau. Nach einem ereignisreichen Tag fährt der Sonderzug weiter durch die Taiga nach Osten.
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