„Die Kraft kommt langsam zurück“

Niemals wollte Heinke Ehlers in die Politik. „Aber die Welt verändern kann man nur, wenn man sich engagiert,“ ist sie überzeugt. Foto: sl

Grünen-Politikerin Heinke Ehlers engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in Harburg

Von Sabine Langner. Ungerechtigkeit hat Heinke Ehlers schon als Kind genervt. Doch sich politisch engagieren? Das kam für die heute 49-Jährige keinesfalls in Frage. „Mein Uropa hat im spanischen Bürgerkrieg gegen Franco gekämpft, mein Opa war stellvertretender Bürgermeister und meine Mutter ist seit gefühlten hundert Jahren Mitglied in der SPD. Ich war schon als Kind bei jeder Demo mit dabei. In diese Fußstapfen wollte ich nie treten“, berichtet die Wahl-Sinstorferin. Doch spätestens beim Studium der Geschichte und der Journalistik in Berlin haben sich ihre politischen Gene dann doch bemerkbar gemacht. Heinke Ehlers besetzte Räume an der Uni, kämpfte für Frauenrechte und demonstrierte in Gorleben.
1995 zog sie in eines der frisch sanierten Häuser in Heimfeld-Nord. „Damals war dort unglaublich viel los. Das Treffpunkthaus war ganz neu, wir haben eine Stadtteilzeitung heraus gegeben, und irgendwie war es logisch, sich auch im Beirat zu engagieren“, erinnert sie sich.

Vor drei Jahren starb ihr Mann Ronald Preuß

Dort blieb sie auch, als sie im Jahr 2000 den Job als Geschäftsführerin bei den Grünen in Harburg annahm. Hier traf sie auch ihren späteren Ehemann Ronald Preuß. Gemeinsam haben die beiden später die schwarz-grünen Geschicke in Harburg für einige Jahre mitbestimmt. Das bedeutete Ausschüsse, der Vorsitz des Freundeskreises des Harburger Theaters und ehrenamtliches Engagement in Frauenkulturhaus. Freizeit war für Heinke Ehlers lange ein Fremdwort. Doch dann starb ihr Mann völlig unerwartet vor drei Jahren, und ihre Welt brach zusammen.
Der Kummer ist nicht vergangen, aber die Kraft kommt langsam zurück. In den nächsten Tagen wird Heinke Ehlers für die Grünen nach Berlin reisen und dort auf Bundesebene in der Arbeitsgemeinschaft Kinder, Jugend, Familie den Wahlkampf für 2017 vorbereiten. Sie war Vorstandssprecherin der Partei, vertritt die Fraktion im Ausschuss für Kultur, Freizeit und Sport und hat nebenbei noch einen Fulltime-Job bei einem Verein, der Jugendliche für das Freiwillige Soziale Jahr vermittelt. Auch da kann sie nicht einfach arbeiten, sondern schickt die Kollegen in Erstaufnahmelager für Flüchtlinge, um dort Kinder zu „bespaßen“.
Ruhe findet die agile Politikerin, wenn sie mit ihren beiden Katzen auf dem Sofa kuschelt und englische Krimis guckt.
„Ich war ein Jahr lang in England als Au-Pair-Mädchen und habe während des Studiums dort als Reiseleiterin gearbeitet“, schwärmt Heinke Ehlers. „Aus dieser Zeit ist eine tiefe Liebe zu dem Land und der Kultur geblieben.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.