Dicker Wälzer

Bernhard J. Hinze mit seinem Roman am Esstisch. „Sehnsucht ist unheilbar“ ziert ein echtes Pop-Art-Cover, von dem Tausendsassa selbst entworfen. Foto:AD

Der Wilhelmsburger Bernhard J. Hinze hat seinen ersten Roman geschrieben

Angela Dietz, Wilhelmsburg

Schon mancher hat davon geträumt, einen Roman zu schreiben. Der 65-jährige Wilhelmsburger Bernhard J. Hinze hat es geschafft. „Sehnsucht ist unheilbar“ heißt sein 900 Seiten starkes Werk.Der Klappentext kündigt „ein persönliches, ehrliches, offenes und sexuell sehr freizügiges Buch“ an, „nichts für Zartbesaitete“. Gewidmet hat Hinze es seinen verstorbenen
Eltern und seinen Geschwistern.
Warum macht sich jemand freiwillig diese immense Arbeit? „Ich habe mir eine Liebesgeschichte von der Seele geschrieben“, sagt Bernhard J. Hinze. „Als ich Anfang 20 war, hat mich meine große Liebe kurz vor Weihnachten Knall auf Fall verlassen.“ Er weiß bis heute nicht, warum. Gefragt hat er sie. Für einen jungen Mann, der ein geringes Selbstwertgefühl hatte, wie Hinze über sich erzählt, eine schmerzhafte Erfahrung.
Obwohl er Ehefrau Ute bereits drei Jahre später kennenlernte und die beiden bis heute glück-lich verheiratet sind, hat ihn die Geschichte nie losgelassen. Bereits kurz nachdem er seine große Liebe ihn verließ, begann er, die Geschichte aufzuschreiben. Nach 80 Seiten legte er die Arbeit nieder. Fast 40 Jahre später setzte Hinze sich wieder dran.
Vielleicht wollte er Rückschau halten, denn seine Gesundheit ist nicht die beste. Nach mehreren Krankheiten ging der Speditionskaufmann und EDV-Leiter in den Vorruhestand.
Geschrieben hat Bernhard J. Hinze, dessen Wohnung in Kirchdorf Süd unzählige Regale voller Bücher und Filme zieren, schon immer. Kurzgeschichten, Gedichte und Science Fiction verfasste er als Lehrling. Der Tausendsassa brachte sich das Programmieren schon früh selbst bei und hat jede Menge Plakate entworfen.
Vergangenen Herbst, da war er bereits auf Seite 700 in seinem Roman angelangt, gab er bei „epubli“ zunächst fünf eigene Kurzgeschichten heraus. „Ich wollte mal sehen, wie die Texte als Buch aussehen“, erläutert der Autor, „und ob es sich verkauft“. Es hat geklappt und motivierte ihn, den autobiographischen Roman zu Ende zu schreiben, obowhl er die Arbeit wegen Krankheit immer wieder unterbrechen musste.
Ältere Wilhelmsburger könnten im Roman, der sich laut Autor Hinze zu 90 Prozent an Tatsachen hält – allerdings aus seiner Perspektive – bekannten Personen und Orten, wie den Nachkriegsbaracken in Neuhof, der Wollkämmerei oder der Diskothek Penny Lane wiederbegegnen.

„Sehnsucht ist unheilbar“
Autor: Bernhard J. Hinze
Kosten: 49 Euro
Verlag: epubli GmbH, Berlin
ISBN 978-3-7375-7797-7
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