Der Sand wird aufgepeppt

So soll der Neubau am Westrand des Sands aussehen. Grafik: Schenk-Waiblinger

Am Westrand sollen 70 seniorengerechte Wohnungen, ein Lebensmittelmarkt und ein Restaurant entstehen – AVW Immobilien investiert rund 30 Millionen Euro

Andreas Göhring, Harburg

Jahrelang dämmerte Harburgs Perle vor sich hin. Nun wird der Sand, auf dem seit mehr als 400 Jahren Wochenmarkthändler ihre Waren anbieten, aufgepeppt. Dazu soll nicht nur die gesamte Fläche einladender gestaltet werden, am Westrand soll auch ein zeitgemäßer Neubau die eher triste Architektur der 1960er-Jahre ersetzen. Ein Investor, die AVW Immobilien AG, steht bereit und will rund 30 Millionen Euro für bis zu 70 seniorengerechte, einen Lebensmittel-Vollsortimenter und einen Gastronomiebetrieb in die Hand nehmen.
Da der Sand mit seinem täglichen Wochenmarkt (außer sonntags) ein wichtiger Treffpunkt aller Harburger ist, will die AVW nicht einen tristen Klotz durch einen neuen tristen Klotz ersetzen. Statt dessen hat sie einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben – und den Sieger vorgestellt: Der Neubau wird sich nach Entwürfen der Hamburger Architekten Schenk + Waiblinger richten. Dieses
Architekturbüro hat gerade auch den Zuschlag für den Neubau des Harburg-Centers bekommen.
Zunächst waren an dieser Stelle Studentenwohnungen geplant. Warum jetzt die Entscheidung für seniorengerechte Wohnungen? „Wohlgemerkt, es geht hier nicht um betreutes Wohnen oder ein Seniorenheim“, sagte Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter nach der Jury-Sitzung des Architekten-Wettbewerbs. Diese Wohnungen seien mit 50 bis 60 Quadratmetern nicht besonders groß, aber allemal größer als Studentenwohnungen, die sich – falls mal der Bedarf nicht da ist – kaum an andere Zielgruppen vermieten ließen. Walter: „Diese Entscheidung bringt uns mehr Flexibilität.“
Und was wird aus dem Southside (ehemals Bolero)? Da gibt es noch keine Entscheidung. Klar ist, das bestätigt auch der AVW-Vorstand Edward Martens: Der Southside-Betreiber hat noch einen Mietvertrag bis 2025.
Muss jetzt Edeka-Niemerszein mit einem Konkurrenten in der Nachbarschaft rechnen? Die Antwort der AVW lässt alles offen: „Wir wissen, dass es am Sand schon einen Lebensmittel-Vollsortimenter gibt.“ Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass „Platzhirsch“ Niemerszein nur ein paar Meter weiter in modernere, nicht ganz so enge Räume zieht.
Das Bezirksamt will nun einen Bebauungsplan aufstellen. Das dauert, mit dem Neubau könnte frühestens 2019 begonnen werden.
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