Der Müll der Anderen

Nicole Nordt-Wulf und Michael Bremer gehören zur mobilen Einsatztruppe der Stadtreinigung. Als WasteWatcher helfen sie bei fachgerechter Müllentsorgung. Foto: Tsilis

Seit zwei Monaten sind die WasteWatcher in Harburg unterwegs

Von Andreas Tsilis. Tatort Lassallestraße: Dort liegen große weiße Säcke mit Bauschutt unbekannter Herkunft. Ein Fall für die „WasteWatcher“, die mobile Eingreiftruppe der Stadtreinigung, die es in Hamburg seit zwei Monaten gibt. Entdeckt haben ihn
Nicole Nordt-Wulf und Michael Bremer, die beide mit ihrem umweltfreundlichen Elektro-Smart, an dem eine Mülltonne befestigt ist, durch Harburg fahren.
„Wir weisen die Mitbürger nett darauf hin, dass der Müll nicht neben, sondern in den Mülleimer gehört“, sagt Bremer. Er hat zuvor im Innendienst der Stadtreinigung gearbeitet und steckt noch voller Enthusiasmus für den neuen Job. In Sachen Gebührenordnung und Müll-Klassifizierungen macht dem Mann so schnell keiner was vor.
Seine Kollegin Nord-Wulf ist mit ihrer mehrjährigen Außendiensterfahrung die gute Seele des Duos. Zehn Jahre war sie auf dem Müllwagen im Phoenix-Viertel unterwegs, Harburgs ehemaligem Sorgenkind in Sachen Vermüllung. „Da wurde man öfter mal angemeckert, sagt Nord-Wulf, „im neuen Job passiert das kaum.“
Liegt irgendwo Müll im öffentlichen Raum herum, kommt sehr schnell neuer Müll hinzu, beklagen die Mitarbeiter der Stadtreinigung. Zuerst in Wien setzte man dagegen auf die Strategie des kontrollierten Müllvermeidens, ehe andere Städte nachzogen. Anders als in Österreich verteilen Hamburgs WasteWatcher allerdings keine teuren Strafmandate.
Deshalb tragen Nordt-Wulf und Bremer nicht Uniform, sondern die orangene Weste der Straßenreinigung. „In manchen Stadtteilen hätten wir ohne Weste eher Probleme“, mutmaßt Bremer. In Harburg gibt es die ebenso wenig wie einen Schwerpunkt illegaler Müllkippen.
Sorgen machen muss sich allerdings derjenige, der den Bauschutt wild in der Lassallestraße entsorgt hat. Die WasteWatcher schauen sich den Tat-ort ganz genau an. „Da suchen wir nach allen Anhaltspunkten, um den Verantwortlichen zu finden“, sagt Nordt-Wulf.
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