Der Berater kommt nach Hause

Für allein lebende Ältere ist es oft schwer, sich über mögliche Unterstützung zu informieren – besonders, wenn man nicht mehr gut laufen kann. Foto: Panthermedia

Pilotprojekt „Hamburger Hausbesuch“ ab 2018: Gesundheitsbehörde informiert
80-Jährige über mögliche Hilfen

Gaby Pöpleu, Harburg
Die Gesundheitsbehörde startet 2018 ein neues Projekt für ältere Menschen: Weil viele von ihnen nicht mehr mobil sind, besucht ein Berater der Behörde die Senioren zuhause, um bei Bedarf Hilfen gegen Einsamkeit, bei Pflegebedürftigkeit oder gesundheitlichen Problemen anzubieten. In Harburg und Eimsbüttel soll drei Jahre lang getestet werden, ob dieses „Hamburger Hausbesuch“ genannte Projekt nützlich ist.Wer seinen achzigsten Geburtstag feiert und in Harburg oder Eimsbüttel wohnt, bekommt vielleicht bald einen Brief mit einem Besuchsvorschlag. Das werden rund 2.000 Eimsbütteler und 1.300 Harburger jährlich sein. Dann kommt ein Fachberater ins Haus und schaut sich an, ob alles rund läuft oder Hilfe nötig ist.
Themen: Kontakte, Gesundheit, Wohnen

Das kann eine Pflegekraft, ein Sozialarbeiter, ein Sozialpädagoge oder ein Gesundheitswissenschaftler sein. Wer noch nicht achtzig oder schon älter ist, kann ebenfalls um einen behördlichen Hausbesuch bitten. Das Angebot ist freiwillig und für die Senioren kostenlos.
Dann wird besprochen, wie es um Gesundheit, Ernährung und Bewegung bestellt ist, ob genug soziale Kontakte vorhanden sind. Die Berater sprechen auch über die Wohnsituation: Ist die Wohnung altengerecht oder wird Hilfe im Haushalt benötigt? Die Fachkräfte informieren dann über Hilfsmöglichkeiten, von Treffpunkten, Besuchs- oder Begleitdiensten bis zum Kontakt zu einem Pflegedienst.
600.000 Euro hat die Stadt bisher für die Hausbesuche eingeplant. Warum ist der – für die Stadt teure – Besuch zuhause nötig?  Damit will man rechtzeitig erkennen, wenn alte Leute Hilfe brauchen, „bevor es zu spät ist“, so Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Das Ziel: Die Senioren sollen durch die städtischen Hilfen in die Lage versetzt werden, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben.

Immer mehr Ältere
In Hamburg leben mehr als 90.000 Menschen über 80 Jahre. Im Jahr 2035 werden es voraussichtlich über 120.000 sein. Die Gesundheitsbehörde schätzt, dass 58 Prozent von ihnen allein leben.
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