Das Wasser am Bleicherweg

Der kleine Planausschnitt lässt uns erkennen, dass die Linie am Schlossgraben zweimal verspringt, zum Schlosshof führt und eine Bezeichnung trägt, die mit einer Lupe betrachtet, den schwer zu deutenden Schriftzug trotzdem mit „die Röhren“ erkennen lässt. Foto: Kuchenbuch

Harburger Geschichte: Vierter und letzter Teil.

Von Georg Kuchenbuch. Ein Weg, später eine Straße, am Nordhang des Schwarzenberges, wurde 1886 nach den in dieser Gegend liegenden Bleichen mit „Bleicherweg“ benannt. So beschreiben es jedenfalls Adalbert Holtz und Horst Homann in ihrem Buch „Die Straßennamen von Harburg“. Holtz ein inzwischen verstorbener ehemaliger Mitarbeiter bei der Tiefbauabteilung, den ich sehr gut kannte, musste ich während meiner aktiven Zeit im Kataster- und Vermessungswesen oft mit einer Gewannen-Bezeichnung (alte Flächeneinteilung für Flurstücke, Anm. d. Red.) für die Benennung einer Straße auf dem Amtshilfeweg behilflich sein.
Was bedeutet die Linie im Zusammenhang mit dem Wasser-Reservoir? Kann es sich bei der Darstellung der Linie im Plan um einen Zeichenfehler handeln? Das möchte ich ausschließen, da solch Fehler zu grob wäre. Wurde das Wasserreservoir für beide Bleichen benötigt? Für die Linnen- und Wachs-Bleiche? Es könnte sein, denn der Weg von der Wachs- zur Linnen-Bleiche war nur kurz. Die Nummern 67 und 68 wurden korrekt dem Plan entnommen. Das beweist uns auch das Bild von Lenzner.
Andere Voraussetzungen und kleine Rätsel gibt uns der Stich von Caspar Merian auf, der uns für 1654 (rund 100 Jahre nach dem Leitungsbau) eine andere Situation der beiden Bleichen zeigt.
Kann das Wasser überhaupt noch von einer dieser beiden Bleichen gekommen sein? Man kann bei der „linken“ Bleiche, unmittelbar hinter dem Lattenzaun (notfalls mit einer Lupe) ein kleines Bauwerk erkennen. Lag dort auch das Wasserreservoir?
Doch das Wasser für den Bedarf auf dem Schloss käme nach meinem Dafürhalten sicherlich aus dem Bereich nördlich des Schwarzenberges. Entsprechend der Eintragungen der Linie als Rohsystem, vermeintlich aus dem kleinen rechteckigen, blau angefärbten Wasserreservoir, wie im Plan dargestellt, aus dem Feld Nr. 68. Es sei denn, es gibt noch eine zweite Leitung.
Immerhin müsste dann davon ausgegangen werden, dass auch hier Grundwasser aus dem Höhenzug des Schwarzenberges zutage trat. Vielleicht hat man sogar in Anbetracht der beiden Bleichen durch graben etwas nachgeholfen und es wurde ebenfalls sauberes Wasser für die Linnen-Bleiche benötigt.
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