Biotop Apotheke

Dem Harburger Flaneur fällt einiges auf …

Vom Harburger Flaneur. Von dem vielen Faszinierenden, was es in Hamburg für den Flaneur zu entdecken gibt, gehört nicht zum Unbedeutendsten die Apotheke. Ältere Menschen klagen, dass die heutige Apotheke nicht mehr das ist, was sie einmal war.
Trotzdem ist viel von ihrem Flair erhalten geblieben. Wenn der Arbeitskittel der Apothekerin nicht blendend weiß ist, und ihr Habitus nicht eine leise aber bestimmende Fachkenntnis vermittelt, dann weiß der Kunde: Hier wird der Dienst an seine Gesundheit nicht mit dem nötigen Ernst betrieben.
Möglicherweise geht er zu der Apotheke nebenan, denn die Überversorgung ist so eklatant, dass bald in unserer Straße die Apotheken reihenweise nebeneinander stehen werden.
Das Schlüsselwort ist „ernst“. Gott bewahre, jemand wage es in der Apotheke zu lachen! Dafür gibt es in der Apothekenhausordnung drakonische Strafen. Zwar ist die Apotheke keine Kirche, trotzdem gleich der Kirche ein heiliger Ort. Auch hier geht es um Heil, zwar nicht um Seelenheil aber immerhin um „Heil“kunde.
Der Apotheker ist der Pries-ter dieses in Deutschland so wichtigen Kultus. Statt dem Rosenkranz gibt es das Rezept. Ohne Rezept gibt es keinen Zugang zu den „Heil“mitteln.
Mit Rezept allerdings hast du den Schlüssel zur riesigen Schatztruhe des Apothekers in der Hand. Welches Gebrechen du auch immer haben magst, vollbringt er das Wunder und händigt dir genau das Mittel aus, das du zur Genesung brauchst.
Apothekersauberkeit: Kannst du dir einen Apotheker bei der dreckigen Gartenarbeit schwitzend vorstellen, mit seinem Kind im Sandkasten spielend, oder seinen Dachboden ausmistend? Nein, natürlich nicht.
Der Sauberkeitszwang einiger Deutscher erreicht in der Apotheke seinen Höhepunkt!
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