Bezirksamtsleiter kaufte Handcreme

Auch Bezirksamtsleiter Andy Grote war überzeugt: Er kaufte ein Döschen Handcreme bei Ilker (M.) und Imran (r.). Foto: cvs

Zweite Hamburger Schülermesse: Wilhelmsburger Schüler zeigen ihr Können – „Kazumi“ überzeugte Andy Grote.

Von Christopher von Savigny. Amran und Ilker (beide 16) haben sich auf ein Handwerk spezialisiert, das normalerweise Frauen vorbehalten ist: Die beiden Zehntklässler der Schule Stübenhofer Weg arbeiten nebenberuflich als Kosmetiker. Einen Tag in der Woche treffen sie sich mit anderen Schülern, um im Rahmen des Unterrichts Creme, Lipgloss und andere Schönheitsmittelchen herzustellen.
Ihre Firma nennt sich „Ka-zumi“, das ist japanisch und bedeutet soviel wie „Harmonie und Schönheit“. Seit rund fünf Jahren gibt es die Schülerfirma, teilnehmen dürfen jeweils die Schüler der Jahrgänge 8 bis 10. „Die älteren Schüler bilden die jeweils jüngeren zu neuen Kosmetikern aus“, erklärt Imran.
Besonders stolz sind die beiden auf ihre Handcreme, die – wie alle „Kazumi“-Produkte – aus rein natürlichen Rohstoffen besteht. In diesem Fall Traubenkernöl und Wasser, außerdem die Emulgatoren „Tegomuls“ und „Emulan“. „Ein bis zwei Monate Haltbarkeit“ versprechen die beiden Jungunternehmer. Sogar Bezirksamtsleiter Andy Grote hat ein Döschen mit Kazumi-Handcreme gekauft – und das will etwas heißen!
An diesem Tag herrscht ein ganz schönes Gedränge in der Schule Stübenhofer Weg, wo Schüler im Rahmen der zweiten hamburgweiten Schülerfirmenmesse ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Besonders viel Spaß machen die Angebote zum Mitmachen: Haare schneiden lassen, Marmelade probieren, Hemden bedrucken lassen, auf wippenden Boards die eigene Balancefähigkeit austesten. Man muss die Teilnehmer wirklich für ihren Einfallsreichtum bewundern.

Erst ein Projekt, nach zwölf Jahren ein kleiner Betrieb

Geschäftliches Geschick ist auch nicht von Nachteil. Das Projekt „Haustechnik und Gartenbau“ an der Gewerbeschule G17 zum Beispiel läuft schon seit zwölf Jahren und hat sich inzwischen zu einem kleinen Betrieb entwi-ckelt, der bei seinen Kunden die Gartenpflege übernimmt. „Unsere Teilnehmer sind Schüler mit Behinderung“, erklärt Lehrer Gerhard Walter. „Die Tätigkeit stärkt ihr Selbstbewusstsein und macht sie fit fürs Berufsleben.“
Organisiert wird die Messe vom Netzwerk PraxisLernen: „Die Jugendlichen bringen ihr Können und ihre Persönlichkeit ein, übernehmen selbständig Verantwortung, lernen Ziele zu setzen und Erfolge zu erzielen“, sagt Beatrix Nimphy, Netzwerkmanagerin von PraxisLernen. Insgesamt 20 Teams haben im vergangenen Jahr mitgemacht – nicht gerade viel für die gesamte Hansestadt. Nimphy: „Wir brauchen noch Unterstützung
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